Rock-Circuz

Review: Procession – Doom Decimation

Wessen Hunger, in Sachen Doom, für dieses Jahr immer noch nicht gestillt ist und für wem es nach dem sensationellen neuen Pagan Altar-Album trotzdem noch nach einer Steigerung dürstet, der findet seine Offenbarung für das Jahr 2017 in dem neuen Werk der chilenischen Doomer PROCESSION. Nach zwei Longplayern,  diversen Singles und EP´s, haben die in Schweden lebenden Südamerikaner ihren dritten Hammer eingespielt, der die heimischen Doom-Charts nicht nur aufmischt, sondern eindeutig die Führung übernimmt und diese bis zum Ende des Jahres auch definitiv nicht mehr abgeben wird. Die 45 Minuten auf „Doom Decimatio“ starten mit einem instrumentalen, treibenden Rhythmus und gehen in das ebenso metallische ‚When Doomsday Has Come‘ über. Hier treffen treibende Riffs auf eine coole Melodie und klarer, messerscharfer Gitarre, etwas überraschend für die Band aber ein famoser Beginn. Mit ‚Lonely Are The Ways Of Stranger‘ gibt es dann klassischen PROCESSION-Stoff auf die Ohren. Schön erhabener Doom, wunderbar slow mit viel Gefühl und einem großartigen Midtempo-Mittelpart. Weiter geht es mit dem nächsten ganz großen Ausrufezeichen, denn das folgende ‚Amidst The Bowels Of Earth‘ ist genauso heavy, slow und 80er-lastig – was für ein Eröffnungsriff und dazu der wunderbar melodische Gesang, unbelievable. Nach dem düster-coolen Instrumental ‚Democide‘ folgt das nicht ganz so sehr eingängige ,All Descending Sun’, ein schweres und sehr dunkles ‚As They Reached The Womb‘ mit herrlichen Refrains, weil so episch und grandiosen Twin-Gitarren – ganz ganz groß! Zum Finale lässt der dann abschließende Neunminüter ‚One By One The Died‘ keine weiteren Wünsche offen. Wer mit Black Sabbath in den 80ern was anfangen kann, wird hier mehr als nur bestens bedient. Die Gitarren killen ein weiteres Mal und vor allem dieser immer wieder so beeindruckende Gesang von Felipe, der einem das ganze Album langt verfolgt, ist einfach unverwechselbar genial und drückt „Doom Decimation“ absolut seinen Stempel auf. 

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Review: Purple Hill Witch – Celestial Cemetery

Es gibt einfach viel zu viele Veröffentlichungen, die zwar in den einschlägigen Mags auftauchen, aber das war es dann auch, oder gibt es einfach nur zu viele Releases? Auf alle Fälle zählt der erste Longplayer von PURPLE HILL WITCH zu dieser Kategorie, die man, auch wenn es sicherlich originellere Alben gibt, gehört haben sollte. Als Siebziger Doom angepriesen und somit im Fahrwasser von Black Sabbath schwimmend, hatten die Herren schon den Drang in diese Richtung, dass Genre Stoner war ihnen aber auch nicht fremd. Nun liegt mit „Celestial Cemetary“ ihr zweites Werk vor, wiederrum auf dem kultigen The Church Within Label veröffentlicht und wiederum auch sicherlich nicht Jedermanns Sache, auch wenn es diesmal wesentlich Doomiger zugeht. Die Norweger beginnen mit einem sehr überraschenden, weil teilweise sehr flotten, Psycho-Rocker, welcher sicherlich nicht weh tut, aber auch nicht die Wurst vom Teller zieht. Anders sieht es da schon mit Tracks wie ‚Harbringer Of Death‘ oder auch „Around the Universe“ aus, die schon sehr in die Richtung der Götter aus Birmingham gehen, aber auch einen Touch Witchfinder General und Pentagram mit sich bringen. Wer es lieber mit den ganz alten Cathedral hat, sollte auch seine Freude haben. Wobei, wenn man sich die anschließenden ‚Menticide‘ und ‚Bunt Offering‘ anhört, stellt man nicht einen solo großen Unterschied zu den Nummern davor fest. Alles klingt relativ gleich, vom Level gleichbleibend gut, aber nicht wirklich innovativ-abwechslungsreich. Somit muss man wohl leider davon ausgehen, dass auch das zweite Album des Trio´s den vielen Veröffentlichungen zum Opfer fallen wird, was sicherlich sehr schade ist. Also, Daumen drücken, den Norwegern eine Chance geben und vor allem so coole Labels unterstützen, die ihre Liebe zur Musik fröhnen und nicht den Kommerz. Support the Underground !

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Review: Forsaken – Pentateuch

Kommen wir zu einer weiteren Band, die bisher, trotz richtig guter Alben, völlig zu Unrecht nicht so richtig beachtet wurde. Es handelt sich um FORSAKEN von Malta, deren letztes Werk, von insgesamt vier, „Before The Fall“ 2009 erschienen ist und jetzt endlich ihren fünften Longplayer im Kasten haben. Nach einem leicht bombastischen Intro, startet „Pentateuch“ mit dem obercoolen Doomer ‚Serpent Bride‘ schon mal prächtig in die knapp 60 Minuten – einprägsame Gitarren-Leads treffen auf leicht majestätischen Gesang. Alleine die Snare klingt etwas nach Eimer, was hoffentlich an der Vorabversion liegt und nicht tatsächlich auch so auf dem dann erscheinenden Endwerk dann so klingt. Nach einem kurzen Zwischen-Part geht die Truppe ungewöhnlich zu Werke, denn ‚Primal Wound‘ hat schon ein recht flottes Tempo für die Malteser Slow-Combo – ungewohnt, aber trotzdem gut, weil auch ziemlich eingängig. Wem das zu schnell war, der sollte mit dem Neunminüter ‚The Dove And The Raven‘ sein Doom-Herz aber wieder zufriedenstellen können – leicht atmosphärisch und sehr Chorusbezogen gehen die Herren hier zu Werke. Nach dem schön schwerfälligen ‚Decalogue‘, mit wiederum mächtigen Refrains, wird das Tempo mit ‚Sabaoth (The Law River)‘ dann noch mal erhöht. Hier regieren schön kratzig-scharfe, treibende Gitarren mit viel Melodie und herrlichen Leads – absolut ein Highlight auf dem Album. Zum Abschluss schlägt die Band dann nochmal richtig zu. Ein alles überragender und sehr epischer Doom-Knaller verbirgt sich hinter dem über 15minütigen ‚Apocrypha Winds‘. Hier variiert das Tempo zwischen doomig und Midtempo, die Gitarren sind grandios riffig, großartige Melodien und wie immer diese Machthabenden Refrains runden die Doom-Granate perfekt ab. Wieder einmal haben FORSAKEN nichts falsch gemacht (es sei denn, wie vorhin schon angesprochen, dass der Sound nicht ganz korrekt ist) und somit bleibt dann wieder mal nur zu hoffen, das die Malteser endlich mal die Früchte ihrer guten, wenn auch nicht besten Arbeit, dementsprechend ernten können. Für Doomer ist auch das fünfte Langweisen der Band ein Pflichtkauf, alle anderen Metaller sollten trotzdem ein Ohr riskieren, denn diese Jungs brauchen jede Unterstützung.

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Review: Pagan Altar – The Room Of Shadows

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann man sich über die wohl letzte Veröffentlichung der fast schon kultigen PAGAN ALTAR aus England freuen. Im Mai 2015 ist ja bekanntlich der 69jährige Sänger Terry Jones verstorben und somit sollte man wohl davon ausgehen, das der Rest Gitarrist Alan Jones (sein Sohn), Drummer Andy Green und Bassist Diccon Harper ohne Terry nicht weitermachen werden. Wie es bei den Herren schon Standard ist, so sind auch die sieben Nummern auf ihrem aktuellen Werk keine neu-komponierten Songs. Der Stoff auf „The Room Of Shadows“ ist vor 13 Jahren geschrieben worden und dürfte alle Anhänger dieser Band absolut nicht enttäuschen. Da wären zum Beispiel das schön episch-doomige Opener ‚Rising Of The Dead‘, das wunderbar melodische ‚The Portrait Of Dorian Gray‘ (sensationelle Gitarre), ein im NWOBHM-Fahrwasser schwimmendes ‚Danse Macabre‘ (was für wunderschöne ruhige Parts in knapp acht Minuten perfekt eingestreut – Hammer!) und der an Jethro Tull erinnernde Titeltrack, die schon mal für die Pflicht sorgen und das in einer bestechenden Art. Die Kür folgt dann in Form des unglaublichen ‚The Ripper‘, welches einen knapp 11 Minuten lang in Verzückung versetzt. Alleine schon der so intensive Mittelpart mit seinen fetten Riffs, rechtfertigt den Kauf dieses Albums. Über allen thront die so wunderbar-kautzige Stimme von Terry und auch das herrliche Cover-Artwork rundet den Gesamteindruck eindrucksvoll ab und macht diese Veröffentlichung zu einer der Highlights in 2017 – Jungs, wir werden euch vermissen!

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Review: Night Viper – Exterminator

Die Messer sind gewetzt, es kann in die zweite Runde gehen. Konnten Night Viper im Underground schon ordentlich für Furore sorgen, so hat man inzwischen etwas überraschend das Label gewechselt und mit ihrem zweiten Longplayer „Exterminator“ ein Album eingespielt, was zur Elite der diesjährigen Veröffentlichungen in Sachen purer Heavy Metal gehört, wenn nicht sogar zu den Top 3. Die Band, um die großartige Frontfrau Sofie-Lee Johansson, hat 10 Songs mit einer Spielzeit von 42 Minuten eingehämmert und klingt dabei so frisch und unverbraucht wie kaum eine andere Truppe aus dem Genre. Gegenüber dem gleichnamigen Album aus 2015, hat man wesentlich an Härte und Geschwindigkeit zugelegt und präsentiert dem Hörer ein wirklich echtes Heavy Metal-Werk. Die Band, mit Tom Sutton (u.a. The Order Of Israfel, Church Of Misery, Horisont und Firebird) an der Gitarre, fackelt hier ein Feuerwerk an killenden Riffs ab und holt eine Mega-Melodie nach der Nächsten aus Tasche. Alleine schon die speedige Eröffnung mit ‚No Escape‘ und ‚Summon The Dead‘ bläst einen richtig um. Es folgen der Uptempo-Riffer ‚Never Win‘ (Luftgitarre ist Pflicht), ein oberfetziger Titeltrack mit einem unfassbar sägenden Gitarrenklang, der druckvolle Midtempo-Hammer ‚On The Run‘ (erinnert an Accept), ein weiter Uptempo-Knüller mit ‚Revenge‘ und die abschließende True-Kante ‚All That Remains‘. Den coolen NIGHT VIPER sei der nächste Schritt mehr als gegönnt und wer nicht nur auf die aktuellen Alben der Altbekannten Portrait, Dead Lord, Night oder auch Argus wartet, darf sich oder muss sich unbedingt mit diesem Überflieger aus Göteborg beschäftigen, denn viele Alben in dieser Form wird es 2017 nicht geben – großartig!!

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Review: Traveling Jack – Commencing Countdown

So, da haben wir ja endlich das Zweitwerk von TRAVELIN JACK vor uns liegen. Die Berliner, mit Frontfrau Alia Spaceface, haben das Label gewechselt und mit „Commencing Countdown“ somit ihr Steamhammer-Debüt am Start. Schon ihr Erstling vermittelte optisch den Anschein, es mit Glam a la David Bowie oder T. Rex zu tun zu haben, aber auch Queen spielte von Eindruck hier eine große Rolle. Musikalisch gab es 70er beeinflusster Hardrock/Rock der nun auf ihren neuen Werk seine Fortsetzung findet. Die Truppe hat wunderbare Melodien am Start, die nicht selten an Thin Lizzy erinnern und die Band Rush (in ihrer Anfangsphase) ist ihnen auch nicht fremd. Das Album startet mit dem etwas sperrigen ‚Land Of The River’, gefolgt von so Highlights wie dem Midtempo-Knallern ‚Metropolis‘ und ‚Keep On Running‘, dem Mega-Ohrwurm ‚Cold Blood‘ einem lässigen ‚Galactic Blue‘ und vor allem dem blueslastigen ‚What Have I Done‘ mit den unglaublichen Twin-Gitarren und hübscher Orgel. Das abschließende ‚Journey To The Moon“ mit herrlicher Gitarrenarbeit ist dann noch mal ein würdiger Rausschmeisser und rundet die Geschichte wunderbar ab. So, Musikinteressierte, es gibt in Berlin auch noch andere sehr gute Bands außer Kadavar und eine ganz heisse davon hört auf den Namen TRAVELIN JACK.

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Review: Hällas – Excerpts From The Future Past

Die schwedische Combo HÄLLAS ist im ganzen Wust an Veröffentlichungen an Siebziger inspiriertem Rock, gerade aus diesem Lande, doch etwas untergegangen. Ihre erste EP 2015 war schon ein kleiner Appetithappen auf das was dann wohl hoffentlich folgen sollte. Dieser Appetizer musste aber ganze zwei Jahre vorhalten, denn jetzt erst haben die Herrschaften es geschafft, neuen Stoff einzuspielen und dazu dann auch noch nicht mal mehr als sieben Nummern, wobei die hier vorliegende Promo sogar nur sechs Tracks beinhaltet. Die Jungs machen dort weiter, wo sie mit so wunderbaren Songs wie ‚Autumn In Space‘ vom Erstling aufgehört haben: supermelodischer, leicht folkiger Rock mit viel Twin-Gitarren und immer gern gesehene Ausbrüche hin zum leichten Prog. Es hört sich zwar etwas komisch an, aber die Leads sind in allen Nummern schon so extrem, intensiv- melodisch, das es fast schon nervt. Hällas bringen auf „Excerpts From A Future Past“ eine gewisse Leichtigkeit an den Mann, die schon erschreckend locker und entspannt interpretiert wird, alles wirkt so locker flockig und völlig unaufgeregt. Dazu dann noch die herrlichen Gitarren mit diesem eindringlichen und super mitsummbaren Parts. Wie eigentlich schon nach ihrer ersten EP, aber spätestens jetzt, kommen einem sofort Tarot aus Australien in den Sinn, die sehr ähnlich, wenn auch nicht ganz so progressiv agieren. Groß hier irgendeine Nummer besonders herauszuheben ist absolut nicht nötig, hier kann man eigentlich nichts falsch machen, es sei denn, man hat Probleme mit der Stimme von Tommy Alexandersson, denn dann dürfte es schwierig werden, den Longplayer für sich zu gewinnen. Muss es doch ein Anspieltip sein, dann bitte ‚Repentance‘, ein Track der für alles steht was das Album ausmacht – very cool stuff!!

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Try Out: The Ossuary

Check out this great stuff from Italy. Their new album „Post Mortem Blues“ is out now !! 

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News: „EMERALD HAZE“ FESTIVAL 2017

Yeah !!! It´s time for the first round of the „Emerald Haze“ Festival in Dublin. Have a look at the Poster and you will see a lot of great bands – it´s a great line up on the first two days in september.

 

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Review: Blues Funeral – Awakening

So, hier haben wir nun das zweite Album der Classic-Rocker aus Houston vorliegen, wobei man ja schon vom ersten Longplayer der Band her weiss, das BLUES FUNERAL wesentlich mehr drauf haben als nur einfachen Rock. Die Jungs fühlen sich im Prog, Heavy Metal, Doom und 70´s/60´s sehr wohl und umhüllen dies, wie schon beim Vorgänger „Search“, mit wunderbarem Underground-Flair. Dies soll heißen, dass auch „Awakening“ nicht überproduziert ist und somit absolut frisch rüberkommt.

Wer auf coole Orgelklänge steht, der könnte sich keinen besseren Einstieg ins Album vorstellen, denn ‚Shadow Of The Snake‘ ist ein leicht proggressiver Hammond-Spaß mit coolem Gitarren-Solo (so wunderbar melodisch und vorsichtig zart) und einem Orgel-Gewitter, welches mal richtig Spaß macht. Es folgt der wesentlich riffigere und dadurch auch gleich härtere Titeltrack mit sehr weit vorne stehender Gitarrenarbeit und diesmal eher im Hintergrund sich befindenen Orgel-Töne. Die Solis, diesmal im Twin-Gewand, sind wieder erstklassig, bloß der Chorus klingt etwas durchwachsen, womit am Gesang  also noch etwas gearheitet werden sollte. Auch die Midtempo-Nummer ‚Illusions Of Reality‘ schielt eher in Richtung Heavy-Rock und spontan erinnert einem die Gitarre an Michael Schenker zu UFO-Zeiten. Von der Anzahl der Tracks eher eine EP, aber mit einer Spielzeit von 39 Minuten für sechs Songs, eher einem kompletten Album ähnlich, geht es weiter mit dem großartigen ‚Firedrake‘. Hier geht jedem 70´s-Freak das Herz auf. Die sensationelle Orgel (Mr. John Douglas Lord bittet zu Tisch) gepaart mit dem wundervoll-melodischen Gitarren-Sound, in einen nicht nicht zu stressigen Rhythmus gepackt, machen diesen Song zum absoluten Favoriten (ganz zum Schluß kommt dann, nachdem man die Yngwie Malmteen-Gitarre abgefeiert hat, noch etwas Opeth mit ins Spiel – großartig).

Sicherlich sind BLUES FUNERAL keine Band die darauf aus ist, Radio-Songs zu schreiben und genau dies macht diese Truppe so sympathisch. Ihr Augenmerk gilt nicht den eingängigen Refrains mit ordentlich viel Hitpotenzial, sonden die einzelnen Musiker haben einfach Spaß an ihrer Arbeit. Die Band macht das, auf was sie gerade Lust hat und wenn dabei vielleicht ein guter Chorus herauskommt dann ist das so, wenn nicht, dann ist das auch so. Es wird nicht zwanghaft komponiert, nach Hits gesucht. Dazu dann noch die schon angesprochene Underground-Note und fertig ist ein Album, was eher von Musiker für Musiker ist und an dem alle die Genre-technisch absolut ‚open minded‘ ihre wahre Freude haben werden. 

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