Rock-Circuz

Review: I´ll Be Damned – Road To Disorder

Boah, bei den verrückten Dänen geht was. Fehlte es dem gleichnamigen Debüt von I´LL BE DAMNED leider noch etwas an Aufmerksamkeit (zu unrecht), so bleibt zu hoffen, daß ihr zweites Schlagschiff „Road To Diaorder“ bessere Presse-Auftritte verzeichnen kann. I´LL BE DAMNED machen das wozu so Lust haben und deshalb ist es auch schwer, die Jungs in ein bestimmtes Genre zu schieben. Aber genau das machte schon das erste Eisen der Dänen so interessant. Auf ihrer Homepage liest man den Slogan „We Play God Damed Rock N Roll Exclusively“ und genau so ist es auch und diese Tatsache macht die Band dann auch so sympathisch. Der Opener ‚Stephen Hawking Talkin’ drückt fett auf´s Tempo und hat ein wenig Punk-Flair. Mit ‚You Are The Young‘ hat man einen fett-rockenden Hit am Start, daß düster-schwere ‚Pigburner‘ (großartig) könnte man fast zum Doom-Death zählen und dann taucht da mit ‚Luck Could Change‘ plötzlich so eine easy, fast schon Country-Pop-Nummer auf. Mit bratenden Gitarren steigt dann ‚Flag Follows The Money‘ ins Rennen und rasiert mal alles ab was sich in den Weg stellt (schön aufdrehen im Auto, hört ihr !!). Durchschnaufen ist nicht, denn auch ‚Keep Warm Burn The Rich‘ und das düstere ‚A Hanging Job‘ (was für eine Killer-Gitarre) rocken mehr als ordentlich nach vorne bzw grooven um die Wette. Zum Abschluss wird es mit ‚Arrow Of Time‘ den überraschender Weise sehr melancholisch (das können sie also auch noch). Vergesst die inzwischen satten Volbeat, denn mit I´LL BE DAMNED gibt es junges Blut aus Dänemark und die wollen es noch wissen und drücken dementsprechend auf´s Tempo. Hier wird mal richtig gearbeitet und vor allem Sänger Stil Gamborg lässt live mal richtig die Sau raus und erinnert dabei ein wenig an The Hives – MEGAFETT!!

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Review: Second Sun – Eländes Elände

Na, das hat aber auch gedauert, endlich das zweite Album der coolen Schweden in die Gehörgänge lassen zu können. Die Rede ist von SECOND SUN, deren erstes Werk schon herrlich anders war und liest man direkt mal den Titel des Werkes, so kann man sich schon denken, daß auch dieser Longplayer wieder komplett in ihrer Heimatsprache eingespielt wurde. SECOND SUN sind anders, weil sie eine ganz besondere Mischung diverser Genre eingängig miteinander verpacken können und alles, trotz in schwedisch, auch noch richtig gut reingeht. Auf der einen Seite gibt es Hardrock, der an alte Nazareth oder auch Judas Priest erinnert, kombiniert mit Acidfolk von Fairport Convention und Prog von Jethro Tull und Camel und dies alles aus den Siebzigern. Aus den aktuellen Zeit gesellen sich dann noch Witchcraft dazu und runden die nicht immer einfache Mischpoke perfekt ab. Aufgrund der Sprache klingen auch die neuen Nummern zuerst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber hat man sich erst mal reingehört, stellt man fest, wieviele Highlights „Eländes Elände“ zu bieten hat. Alleine der Opener ‚Vems Fel‘ mit seinen herrschen Melodien ist schon mal ein grandioser Einstig. Dazu kommen weitere Knaller wie das lässige ‚Forneka Allt‘, das fast schon hymnische ‚Ingen Tid For Allting‘, ein Orgellastiges ‚Du Ska Se Att Det Blir Samre‘, das folkloristische ‚Det Betyder Allt‘ und der wundervoll-eingängige instrumentale Titeltrack, der den Abschluss bildet. Mit die besten Hardrock/Prog/Rock-Alben aus Schweden, die in den Siebzigern veröffentlicht wurden, sind in schwedisch und nicht in englisch, und auch die Alben von SECOND SUN werden deshalb irgendwann mal zu den gesuchtesten Vinyl überhaupt gehören, denn die Jungs liefern einfach sensationellen Arbeit ab, die man hoffentlich jetzt auch mal zu würdigen weiß – anders eben. If you´re open minded please check out these unbelievable great band.

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Review: Painted Doll – Painted Doll

Ach herrlich, was für eine ungewöhnliche Zusammenkunft uns hier mit wunderbaren Spät-Sechziger, Anfang-Siebziger Klängen verwöhnt und umschmeichelt. Die Band PAINTED DOLL besteht aus Comedian/Musiker/Schauspieler Dave Hill und Death Metal-Urgestein Chris Seifert (Autopsy, Death) die eigentlich, aufgrund ihrer Liebe zur Musik, eine Single aufnehmen wollten. Nun aber liegt das gleichnamige Album vor, welches mit dem relativ flotten Opener ‚Together Alone’ startet. Gleich die ersten Klänge der Nummer katapultieren einen ganz weit zurück in die Historie der Rockmusik, als die obercoolen Blue Oyster Cult ihr Unwesen trieben. Leichte lockere Riffs, gepaart mit schöner Melodie und mehrstimmigen Refrains machen unheimlich Freude. Ein wunderbar-passendes, leicht blues-fuzziges Solo runden diesen fröhlichen Song famos ab. Es folgen überragende Songs wie das schön schmusige ‚Carousel’, ein flott-rockendes ‚Dressing Room’, der etwas nach alte The Cult klingende Titeltrack, das schmissige ‚Stairwell‘ und die abschließende Cover-Version von Screamin‘ Jay Hawkins ‚I Put A Spell On You‘. Wer nun Appetit bekommen hat, dem seit das obercoole Werk des Duos wärmstens ans Herz gelegt – PAINTED DOLL auflegen und sich entspannt auf dem Sofa berieseln lassen.

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Review: The Brew – The Art Of Persuasion

Ja, 10 Jahre sind die Briten THE BREW nun schon am Start mit ihrem 70er beeinflusstem Rock und dies immer in der gleichen Besetzung, mit Vater und Sohn Smith an Bass und Drums. Trotz aller Liebe zu den Siebzigern, sehen sich die Jungs aber als moderne Rock-Band, mit klassischen Wurzeln. Nun steht Album Nummer sieben in den Startlöchern und startet mit dem straighten, leicht fuzzigem ‚Seven Days Too Long‘ – was für ein Hammer!! Nicht minder flott geht das ebenso rockige ‚One Line Crimes‘ zu Werke. Nach dem leicht bluesigem ‚Boomerang Fool‘ wird mit dem Uptempo-Rocker ‚Gin Soaked Loving Queen‘ wieder mächtig fahrt aufgenommen und die Gitarre killt einem förmlich – fett! Es folgen weitere Granaten wie das lockere, aber trotzdem mächtig drückende ‚Naked As I Stand‘, ein dunkel klingendes ‚Shaking The Room‘ (bratende Gitarrentöne), das mega-fuzzige ‚Pointless Pain‘ (grandioser Sound), das entspannte, aber nicht weniger rockende ‚Carry The News‘, ein schepperndes ‚Ghost Of The Nation‘ und das abschließende ‚Pink Noise King‘ (kratzige Psycho-Gitarre). Sicherlich waren die vorherigen Alben des englischen Trios bisher alles andere als schlecht, aber mit „Art Of Persuasion“ toppen THE BREW alles, was sie bisher veröffentlicht haben. Hier stimmt einfach alles, vom mächtigen Sound, über den pumpenden Bass, den teilweise atemberaubenden Gitarrenklängen bis zu den famosen Drums. In ihrem Genre ist das aktuelle Album der Briten ein ganz heiser Anwärter auf das Album des Jahres.

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Review: Nazareth – Tattooed On My Brain

Die alten Hardrocker NAZARETH haben nun auch die 50 erreicht und feiern dies gleichzeitig mit einem neuen Album-Release, aber ohne Kult-Sänger Dan McCafferty, denn der musste 2014 ja leider aus Krankheitsgründen seinen Rückzug erklären. Somit wurde das neue Werk „Tattooed On My Brain“ von Carl Sentance eingesungen, der vorher bei Persian Risk war. Was für Ansprüche hat man an einem neuen Longplayer der alten Recken, außer das es ein guter Hardrocker sein soll, und dies ist den Herren soweit recht gut gelungen. Sicherlich befinden sich unter den 13 Tracks auch einige Ausfälle, aber knackige Nummern wie ‚Pole To Pole‘ (erste Singleauskopplung), das leicht aufmüpfige ‚Tattooed On My Brain‘, ein fast schon punkiges ‚State Of Energency‘, der Ohrwurm ‚Crazy Molly‘, das mächtig-riffige ‚Silent Symphony‘, der Midtempo-Knaller ‚What Goes Around‘, ein sehr lockeres, mit heftigem Refrain ausgestattetes ‚Change‘ oder das herrlich abschließende ‚You Call Me‘ rechtfertigen den Kauf dieses Albums allemal. NAZARETH, eine weitere Band die nicht tot zu kriegen ist und das ist auch gut so.

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Review: Hypnos – Set Fire To The Sky

Na endlich! HYPNOS aus Göteborg haben ihren dritten Longplayer im Kasten und wie auch schon bei den vorherigen beiden Alben, so springt einem auch auf ‚Set Fire To The Sky‘ die Spielfreude förmlich an. Man nehme nur mal das sensationelle ‚Ain´t No Fool‘ (unfassbar diese Gitarren). Easy auch der folgende, sehr entspannte Titelttrack gefolgt vom groovig-riffigen ‚Deadline‘. Mit ‚Caught In The Night‘ wird dann wieder Tempo aufgenommen und man höre einfach nur mal die sensationelle Gitarrenarbeit – grandios. Bei ‚Tell Me Goodbye‘, hat dann König Phil Lynott Pate am Mischpult gestanden – so relaxt und wundervoll der Track. Als krasser Gegenpart dazu, donnert ‚Looking Out‘ prächtig, mächtig aus den Boxen und reisst einem völlig in seinen Bann – ja, hier wird der Rock noch richtig gearbeitet. Den Abschluss bildet das schwedische ‚Slutet‘, welches folkig/bluesig klingt und erst nach etwas mehr als fünf Minuten richtig heavy nach vorne geht. HYPNOS haben mal wieder das abgeliefert, was man von ihnen erwartet hatte. Die frisch klingenden Schweden machen einfach unheimlichen Spaß und vor allem live sind sie eine Macht.

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Review: KING BUFFALO – Longing To Be The Mountain

Um es gleich schon mal vorweg zu nehmen: KING BUFFALO haben mit ihrem zweiten Longplayer einen absoluten Hammer abgeliefert, welcher natürlich auch Anwärter auf das Album des Jahres 2018 ist. Was sich mit ihrer letzen EP „Repeater“ schon angekündigt hatte, findet seine Fortsetzung auf dem alles überragendem „Longing To Be The Mountain“, welches sechs Songs mit einer Gesamtspielzeit von 42 Minuten beinhaltet und folgendermaßen klingt: 

1. ‚Morning Song‘ (09:50): Vogelgezwitscher paart sich mit cooler Pink Floyd-Gitarre und geht dann in einen relaxten Rhythmus über. Der Sound wird hypnotischer und die wundervoll-weichen Vocal-Hamonien klingen einfach nur schön. Zum Ende hin wird dann noch die herbere Psycho-Gitarre ausgepackt – was für ein überragender Start in ein Album.

2. ‚Sun Shivers‘ (03:30): Herrlich seichte Nummer mit ebenso entspanntem Rhythmus und liebevollen Vocals. Recht kurz der Song, aber dafür sofort im Ohr und herrlich relaxt. 

3. ‚Cosmonaut‘ (03:58): Etwas hell-klirrende Gitarre trifft auf leicht spacigen Sound (besonders beim Chorus) mit natürlich wieder völlig unaufgeregtem Gesang in dementsprechender Atmosphäre – toll.

4. ‚Quickening‘ (04:20): Diese Nummer wird in diesem Jahr kaum zu schlagen sein. Pink Floyd-Töne in hypnotischen Sounds zum Wegfliegen, treffen auf heavy Fuzz/Stoner-Gitarre und dazu dann noch die so unheimlich melodischen Vocals – sensationell !!! 

5. ‚Longing To Be The Mountain‘ (10:22): Sphärisch-Atmosphärische Klänge kommen von ganz hinten und gehen in eine relaxte und unheimlich prägnante Gitarrenmelodie über. Dazu scheppert es immer mal wieder und der zweite Teil des Tracks tendiert dann eher gen Psychedelic-Rock – grandios. Auch hier sind die harmonischen Vocals wieder so anschmiegend schön. 

6. ‚Eye Of The Storm‘ (09:53): Song baut sich langsam auf und endet zum Schluß in schön fetten Stoner-Sounds. Bis dahin deckt die Nummer Genre wie Psychedelic, Blues, Rock und Fuzz ab – bombastisch. 

Wer sich einen großen Gefallen tun will, der sollte sich für „Longing To Be The Mountain“ einen Kopfhörer aufsetzen, um die ganze Intensität und Schönheit dieses Werkes richtig spüren zu können – Kopfhörer auf, Augen zu und in eine anderen Welt abtauchen, wundervoll. 

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Review: Lord Vigo – Six Must Die

Gespannt durfte man sein, was die Deutschen LORD VIGO nach ihrem ersten Album „Backborde Fouls“ (2017) und der 2015 erschienenden EP „Under Carpathian Sun“ (2015) mit ihrem zweiten Longplayer „Six Must Die“ zu bieten haben. Ist das epische Trio nun mehr Heavy oder eher Heavy-Doom?! Egal, Hauptsache die Jungs haben Freude und dies ist definitiv der Fall. Nach einem leicht bombastischen Intro, geht es mit ‚Doom Shall Rise‘ flott zur Sache – cooles Riffing und ein eingängiger Refrain sind hier die primären Attribute. Auch das folgende ‚I Am The Prophecy‘ ist weniger doomig, dafür aber fast schon Hymnenhaft. Höhepunkt des Albums ist aber zweifellos der knapp 14-minütige Titeltrack, der direkt mal diverse Genre in einem Rutsch abdeckt. Soundtechnisch wieder schön undergroundig und überhaupt nicht überproduziert klingend, ist der Doom der Band, gegenüber ihres großartigen letzten Albums, etwas abhanden gekommen. Aber wer auf Cirith Ungol, Manilla Road, Doomsword und diverse weitere Truppen, die dieses Genre perfekt abdecken, steht, ist bei LORD VIGO trotzdem perfekt aufgehoben und wird „Six Must Die“ zurecht dementsprechend abfeiern.

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Review: Desertfest Berlin 04.-06.05.2018 – Welcome To Spree Valley !!!

Am ersten Mai-Wochenende war es dann wieder soweit: das inzwischen sehr renommierte Desertfest in Berlin ging nicht nur in die siebte Runde, sondern ist auch in die Arena Berlin umgezogen. Die 6500qm große Multifunktionshalle im Stadtteil Alt-Treptow, liegt am herrlichen Spreeufer, was dem Außengelände mit diversen Verköstigung-Buden, vor allem bei den drei wunderbaren Sonnentagen des Festivals, sehr zu Gute kam. Man durfte gespannt sein, was die beiden Bühnen (eine große und eine kleinere für 29 Bands) für einen Sound ausspucken würden.

TAG 1

 

Trotzdem ich denn schon einen Tag vorher (4,5 Stunden Fahrzeit) angereist bin, habe ich, aufgrund des „total stressfreien“ Berufsverkehrs in Berlin, die erste Band VONAVIBE. verpasst. Somit startet der Einstieg in die drei Tage also mit den coolen Psycho-Blues-Duo PRETTY LIGHTNING, die bei richtig gutem Sound auch gleich für gute Stimmung sorgen. Sicherlich klingen nicht alle Nummern der Saarbrücker richtig abwechslungsreich, aber ihr leicht dreckiger Blues aus den Sümpfen kommt gut an und dementsprechend fällt dann auch der Applaus der anwesenden Menge aus.

Nach kurzem Gang auf das sonnengeflutete Außengelände, geht es auf der großen Bühne weiter mit den Psycho-Doomern CHURCH OF MISERY. Die Japaner haben 50 Minuten Zeit und ballern auch direkt los. Sänger Scott Carlson läuft etwas wirr über die Bühne und gibt sich ach so, als hätte er was nicht Erlaubtes zu sich genommen. Bassist und Gründer der Truppe, Tatsu Mikami, trägt seinen Bass lässiger und cooler denn je (kurz vor Bodenberührung). Ganz besonders Tracks wie ‚Make Them Die Slowly‘ und ‚Brother Bishop‘ doomen aber auch mal alles weg, auch wenn der Sound der Japaner bzw der Bühne nicht der allerbeste ist.

Nun ist wieder die kleinere Bühne an der Reihe und wird geentert von den dynamischen Holländern DEATH ALLEY. Hier liegt das Augenmerk ganz besonders auf ihr großartiges Debüt „Black Magic Boogieland“ mit dem famosen Cover-Artwork. Die Jungs rocken sich in bester Seventies-Manier durch den Abend und Sänger Douwe Turnens, mit seiner herrlichen Schnotterbremse, macht mächtig einen auf dicke Hose – schön fetziger Auftritt.

Jetzt ist Abendbrot-Zeit und somit gehen mir NEBULA durch die Lappen, die auf der großen Bühne auch mit dem Sound zu kämpfen haben. Leider nur kurz gesehen, aber wenn man alleine unterwegs ist, trifft es mal die eine oder andere Band.

So, mit MONOLORD steht die nächste Doom-Vollbedienung in den Startlöchern. Das schwedische Trio platziert sich auf der kleinen Bühne und das Kopfnicken kann losgehen. Mit einem tonnenschweren Sound walzen die Jungs alles nieder und Tracks wie ‚Where Death Meets The Sea‘, ‚Lord Of Suffering‘ oder das abschließende Monster ‚Express Rising‘ vom gleichnamigem Album werden zurecht abgefeiert – was für ein Killer-Sound!!

Da MONSTER MAGNET die letzte Band auf der großen Bühnen für diesen Tag sind, spreche ich hier mal vom Headliner. Die Aufregung bei vielen ist groß, aber meine hielt sich absolut in Grenzen, denn dafür habe ich die Herrschaften schon zu oft gesehen,vor allem zu einem Zeitpunkt, wo Sänger Dave Wyndorf noch megadünn war und man Angst haben musste, daß er jeden Moment durchbrechen würde. Auch wenn die Band immer eine sichere Bank ist und ihre letzten Werke auch gut waren, so will ich eigentlich nur Songs wie ‚Spine Of God‘ und ‚Space Lord’, ‚Negasonic Teenage Warhead‘ hören, die es zum Glück dann ach gibt. Leider wist, wie bisher den ganzen ersten Tag, der Sound auch hier wieder nicht wirklich super, vielleicht sogar der bisher Schlechteste des ersten Tages. Bleibt zu hoffen, dass wir am nächsten Tag mit einem besseren Klang von der großen Bühne verwöhnt werden.

WEEDEATER, die für den Abschluss des Tages sorgen, habe ich mir dann gespart, schließlich muss ich ja noch eine halbe Stunde fahren, um dann etwas übermüdet ins Bett zu fallen.

TAG 2

Diesmal bin ich rechtzeitig am Start, direkt als HIGH REEPER aus den Staaten die kleine Bühne betreten. Ihr Debüt ist eine coole Mischung aus Retro-Rock/Doom/Stoner mit ordentlich drive. Auch live können die Amis absolut überzeugen. Die Band hat richtig Bock zu spielen, sprüht vor Elan und ganz besonders Sänger Zach Thomas will es richtig wissen und dazu trägt Basser Shane Trimble  eindeutig die besten Koteletten des Festivals. Hört euch einfach nur mal den Song ‚Chrome Hammer‘ an – großartig !!

Nach kurzer Umpause, ist dann erneut die kleine Bühne dran und zwar bitten die Franzosen THE NECROMANCERS zum Tanz. Mit ihrem Debüt „Servants Of The Salem Girl“ haben die Jungs ein gutes Stück Rock N Roll abgeliefert, welcher diverse Genre in sich birgt. Die Band ist keiner Richtung 100% zugetan und das macht die Sache, ganz besonders live, auch so interessant. Highlight des Gigs ist eindeutig das fetzige ‚Black Marble House‘, aber auch ‚Grand Orbiter‘ macht richtig Laune.

Mit DEAD LORD kommen wir dann zum ersten Auftritt auf der großen Bühne für heute und irgendwie war doch was?! War der Sound den Tag vorher schon nicht mit Schönheit gesegnet, so klang es bei den Schweden schlimmer denn je. Alles kam viel zu laut aus den Boxen. Dazu kommt auch noch, daß die Band inzwischen mal richtig auf dicke Hose macht, obwohl ihr Drittwerk, nicht wirklich gut geworden. Zum Glück gibt es ja ältere Songs wie ‚Don´t Give A Damn‘, ‚When History Repeats Itself‘ oder ‚Ruins‘. Vom Gesamteindruck her eher nur durchschnittlich, sogar für mich als THIN LIZZY-Die Harder. 

 

Auf MAIDAVALE aus Stockholm habe ich mich schon die ganzen Tage gefreut und nun ist es soweit. Die Damen betreten Spätnachmittag die kleine Bühne und gleich der Opener ‚Oh Hysteria‘ vom zweiten Album „Madness Is Too Pure“ zieht einem in seinen Bann. Sängerin Matilda Roth präsentiert sich barfuß tanzend, wie im Rausch. Den musikalischen Stil der Schwedinnen zu beschrieben ist nicht ganz einfach, aber 60er/70er-Psychedelic-Rock mit diversen Blues-Einlagen und etwas Folk tritt es wohl ganz gut. Schade nur, daß es mit ‚Gallows‘ nur eine Nummer von ihrem großartigen Debüt zu hören gibt, aber auch so, sind MAIDAVALE eine der Gewinner dieses Festivals.

Nach diesem starken Auftritt, ist nun aber mal die große Bühne in Zugzwang und auf dem Programm stehen die genialen HORISONT. Leider ist auch hier der Sound nicht der Beste, aber beider Klasse an überragenden Nummern, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Ich oute mich mal als absoluter Fan der Schweden, die dann mit ‚Odyssey‘ auch gleich mal klar machen, wer die Nase beim Vergleich mit DEAD LORD vorne hat. Leider dürfen die Herren nur 40 Minuten ran, aber, wie schon erwähnt, bei der Klasse an Tracks wie ‚Writing On The Wall‘, ‚Electrical‘, ‚The Hive‘ oder dem killenden Boogie-Knaller ‚Nightrider‘, ist es mir fast egal – grandios!

Mit KING BUFFALO aus den Staaten steht dann die nächste Psycho-Band auf der kleinen Bühne. Auch hier gibt es ein richtig gutes Debüt mit „ORION“ und der Titeltrack ist dann auch gleich der Opener des Auftritts, welcher zunächst einmal sehr Pink Floyd-Lästig beginnt. Ich muss gestehen, daß mich die Amis nicht so richtig überzeugen konnten, auch wenn ich ihren ersten Longplayer echt mag. Ein ordentlicher, aber nicht wirklich aufregender Gig.

Die obligatorische Tagespause traf am zweiten Tag dann ELDER, hätte ich aber gewusst, was mich auf der kleinen Bühne mit LUCIFER erwartet, hätte ich mal lieber zu diesem Zeitpunkt ein Break eingelegt. LUCIFER auf der kleinen Bühne haben einen guten Sound und ihr Retro-Occult-Rock beherbergt schon diverse gute Tracks, aber was es von Sängerin Johanna Adonis an diesen Abend zu hören gibt, geht mal überhaupt nicht. Ich hätte gerne etwas Positiveres von mir gegeben, aber trotz des wirklich guten Jobs der Band, haben die Vocals alles zunichte gemacht.

Endlich ist es soweit, GRAVEYARD stehen als nächstes auf dem Zettel für die große Bühne. Schon sehr oft gesehen, haben mich die Schweden noch nie enttäuscht, vielmehr immer begeistert. Die Band startet mit ‚Slow Motion Countdown‘ sehr relaxt in die 75 Minuten. Es folgen viele neue Tracks vom kommenden Album ‚Peace‘ und Knaller wie ‚Hisingen Blues‘, ‚Goliath‘, ‚Uncomfortably Numb‘ oder auch ‚Ain´t Fit To Live Here‘. Wie bei Horisont stehen die großartigen Songs über den Sound der Bühne, denn dieser ist wieder alles andere als perfekt. Dafür ist die Band mal wieder sehr locker und entspannt und es ist immer wieder erstaunlich was für eine Leichtigkeit und Lockerheit die Truppe jedes Mal an den Tag legt – herrlich!

Die Instrumental-Truppe YURI GAGARIN fällt dann meiner Müdigkeit zum Opfer.

TAG 3

Der dritte Tag an der Spree wird dann von der wohl am unbekanntesten Band des Festivals eröffnet. Mir waren LIONIZE  zwar ein Begriff und ich hatte da im letzten Jahr mal reingehört, aber hängen geblieben ist davon nichts. Somit durfte man einigermaßen überrascht sein, denn die Amis boten eine richtig gute Rock-Performance, mal poppig, mal rockig mit viel Elan und Engagement. Besonders der Glam-Overall des Sängers und Gitarrist Nate Bergman erinnerte an Brian Connolly (The Sweet) oder T.Rex. Er war es denn auch, der für ordentlich Stimmung sorgte und dabei kamen die Tracks des aktuellen Albums „Nuclear Soul“ am besten rüber!

Die Hoffnung, wenigstens am dritten Tag auf der großen Bühne mit einem zumindest guten Sound versorgt zu werden, sind zwar da, aber fest dran glauben tue ich daran nicht wirklich. Die erste Chance dafür haben an diesem Tage FREEDOM HAWK, die für mich absolut eine Club-Band sind und somit nicht wirklich auf diese große Bühne gehören. Das Resultat fällt dann auch so aus, daß die Amis auf der kleinen Bühne definitiv besser aufgehoben gewesen wären. Viele Songs kommen lange nicht so rüber wie gehofft und wie man es von der Truppe eigentlich kennt. Klar, Nummern wie das grandiose ‚Indian Summer’ rocken immer und es ist auch immer wieder lustig, die Augen zu schließen und zu denken, Ozzy Osbourne steht auf der Bühne, denn Sänger und Gitarrist T.R. Morton klingt nicht nur ein wenig wie der Meister!

Zum Glück, die bessere Bühne ist wieder an der Reihe und zwar stehen THE BLACK WIZARDS bereit. Wer, wie ich, auf Blues steht, weiß natürlich was ihn erwartet und so kommt es dann auch. Die Portugiesen kommen mit ihrem leicht fuzzigen, psychedelisch-angehauchten Blues-Rock richtig gut an und Gitarristin/Sängerin Joana Brito weiß definitiv mit der Klampfe umzugehen – cool!

 

Da meine nordischen Gefilde, im Gegensatz zu anderen Bundesländer, nicht gerade mit Konzerte von eher unbekannten Bands verwöhnt werden, selbst Hamburg hinkt da inzwischen hinterher, freue ich mich extremst auf CHURCH OF THE COSMIC SKULL. Die Engländer haben ihren ganz eigenen Stil gefunden, der mal poppig, mal rockig, in die 70er gehend, gerne mal bombastisch und vor allem sehr Chorus-lastig klingt. Obligatorisch natürlich die ganze Band in weiß gekleidet, kann die Messe beginnen. Leider befinden wie uns vor der großen Bühne, was auch in diesem Falle mal wieder ein kleines Ärgernis darstellt. Trotzdem sind die Songs ihres Albums „Is Satan Real“ auch live richtig gut, sicherlich für Beobachter, die diese Band zum ersten Mal hören, etwas gewöhnungsbedürftig, aber hört euch das eben erwähnte Album einfach mal komplett an und vor allem dazu auch gleich das aktuell erscheinende neue Werk „Science Fiction“ – Sounds very interesting for open minded music-lovers.

 

Hatte ich DOPELORD Ende April in Hamburg verpasst, war die Freude darüber, die Polen endlich mal live zu sehen, euphorisch. Diese Euphorie meinerseits, wird dann auch, nach kurzem Intro mit der Unterhaltung zweier Damen und den Worten „I Have To Go To The Sabbath“, direkt von den ersten Klängen der fetten Gitarren an, in große Freude verwandelt. Mit ihren brutalen Riffs und der dazu passenden, drückenden Soundwand gibt es ein Doom-Feuerwerk der Extraklasse. Der Sound ist perfekt und ganz besonders der Titeltrack ihrers letzten Albums „Children Of The Haze“ sorgt bei machen Anwesenden garantiert für Nackenschmerzen. Auch das flottere ‚Reptile Sun‘ vom gleichen Werk wird zurecht abgefeiert. Kurz darauf schnell zum Merch-Stand gespurtet, war ich dann aber leider zu spät, denn bis auf ein paar XL-Shirts war das Merchandise der Band komplett sold out!

Waren Monster Magnet am ersten Tag schon nicht gerade leise, so können sie aber nicht mit PLANET OF ZEUS mithalten. Leider ist der Auftritt der Griechen mit einem viel zu lautem Sound ausgestattet, was mich nach vier Nummern dazu bewegte, mich enttäuscht gen Außengelände zu begeben. Dort wird dann genau darüber auch heftigst diskutiert, denn dies habe nicht nur ich so empfunden. Schade, ich hätte die Stoner-Truppe schon gerne gesehen.

Eine Band, die ich auf Scheibe schon sehr mag, stand nun auf dem Zettel für die Bühne mit dem guten Sound. JEX THOTH aus den Staaten waren schon in Vorfelde als sehr beliebt aufgefallen und somit wurde auch schon vor deren Show reichlich Merch von der Band verkauft. Leider können Jessica Toth und ihre Mannen die Vorschusslorbeeren in meine Augen nicht halten. Sicherlich war klar, daß es sich um eine Art psychedelische Messe mit Kerzen etc. handeln wird, aber die Inszenierung ist mir ein wenig zu dramatisch und theatralisch und aufsummiert im Resultat dann auch einfach zu langweilig. Dies mögen einige Zuschauer sicherlich anders sehen, aber die Geschmäcker sind halt verschieden – da bleibe ich lieber bei meinem Vinyl von der Band.

Da ich der Lärm-Truppe EYEHATEGOD noch nie was abgewinnen konnte, nutzte ich die Zeit für´s essen und mich über unentdeckte Blues-Perlen auszutauschen:-)

Wer es jammig mag, der hat sich dann schon mal vor der kleinen Bühne platziert, denn RADIO MOSCOW dürfen 50 Minuten ran. Das aus den Staaten kommende Trio um Gitarrist/Sänger Parker Griggs legt dann auch gleich sehr feurig los. Parker verlangt seiner Gitarre alles ab und dies nicht auf eine stümperhafte Art und Weise, nein, der Junge hat es echt drauf und schüttelt die Riffs einfach mal so locker aus den Ärmel. Hört euch einfach nur mal das flott-treibende ‚New Beginning‘ oder ‚Death Of A Queen‘ an. Wer auf bluesigen-Rock im Siebziger-Gewand mit viel Gitarren-Gegnidel a la Hendrix steht, muss die Amis dringend antesten. Besser wäre es natürlich, ihr könnt die Jungs live irgendwo zu Gesicht bekommen, denn dies ist definitiv noch eine Spur intensiver als auf Platte.

Für mich ist nun das Desertfest 2018 beendet, denn der Headliner HIGH ON FIRE war noch nie meine Band. Anschließend habe ich mir sagen lassen, daß auch die letzte Band auf der großen Bühne, wieder viel zu laut und dazu noch etwas zu matschig rüber kam. 

See you next year…bei hoffentlich besseren Sound von der Hauptbühne!!!

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Review: Graveyard – Peace

Nach dem, zum Glück, dann doch nur kurzem Ableben unserer schwedischen Freunde von GRAVEYARD, durfte man gespannt sein, wie die Band den Abgang von Drummer Axel Sjöberg verkraftet hat, welcher mit seinem leicht jazzigem Feeling doch schon eine tragende Säule der Jungs war. Nun, etwas mehr als ein Jahr nach dieser ganzen Aufregung, ist der neue Longplayer „Peace“ im Kasten und klingt, als wäre bei den Herrschaften um Sänger und Gitarrist Joachim Nilsson, überhaupt nichts passiert. Diese Erkenntnis trifft nicht sofort ein, sondern braucht ein paar Durchläuft, dann aber zündet „Peace“ mächtig. Angefangen beim rassigem, nach vorne drückenden ‚It Ain´t Over Yet‘ (dezente Orgelklänge), über die fuzzige Boogie-Nummer ‚Please Don´t, dem unbeschwerten, ‚Bird Of Paradise‘ (cool & easy) bis zum sensationellen Rausschmeisser ‚Low (I Wouldn´t Mind)‘ (leicht treibend) gibt es schon mal ein großartiges Gerüst. Mittendrin befinden sich das herzliche, weil so zarte ‚See The Day‘ (wunderschön zum Träumen), das leicht psychedelische ‚The Fox‘ (Sixties-Feeling), ein entspannt-bluesiges ‚Del Manic‘ und das noch vorne rockende ‚A Sign Of Peace‘ (Nackenmuskel werden beansprucht). Somit bringt ‚Peace‘ es auf 10 Tracks in knapp 45 Minuten und dürfte allen Anhängern der Schweden mächtig Freude bereiten. Aber wie schon erwähnt, ist „Peace“ ein Album was mit jedem weiteren Durchgang wächst und wächst – awesome 70´s stuff !!!!

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