Rock-Circuz

Review: Sleepwulf – Sleepwulf

Ja, da hat sich Cursed Tongue Records aus Kopenhagen mal wieder was ganz Leckeres geangelt. SLEEPWULF aus Schweden haben mit Ihrem Debut ein herrliches 70er-Werk abgeliefert, was so unfassbar leicht und locker daherkommt und Einflüsse von Pentagram (70er-Zeugs), Witchcraft und Graveyard miteinander verschmelzt – soundtechnisch sollte hier jeder ein Ohr riskieren, wer auf Vinatage, Folk und etwas Proto-Metal steht. 

Wizard Slayer 04:37: supercooler Beginn mit unfassbarer, doomiger Leichtigkeit und etwas mehr Tempo zum Ende hin – grandios!

Beast Of Collision 04:25: leicht treibender, unruhiger Rhythmus, der irgendwie an das geniale Jethro Tull-Album „Benefit“ erinnert. Auch hier ist der Bass wieder sehr prägnant – wunderbar.

Lucifer´s Light 03:16: es wird doom-bluesig mit ganz viel Gefühl. Drückender Bass, sensationelle Gitarre mit famoser Melodie – awesome. 

Standing Stones 06:19: noch bluesiger, noch zarter und etwas verträumt. Tolle, seichte Gitarren-Anschläge mit Tempoaufnahme zum Ende des Tracks. 

God Of The Gaps 01:31: verträumtes Instrumental

Tumbling Towers 03:35: etwas mehr Tempo von Beginn an, schöne Gitarre, aber lange nicht so prägnant wie die Songs davor. 

Misty Mountain 04:03: eine weitere coole Doom/Blues-Nummer, die sich zum Uptempo-Rocker entwickelt

Wicked Man 03:36: Locker leichte Gitarre mit etwas mehr Härte und dem nötigen Vintage-Flair – guter, aber nicht ganz so aufregender Track.

One Eyed Jailor 05:38: Toller Abschluss mit leichtem Hang zum Proto-Metal. Sensationell-Griffige Leads und alles wie immer ohne großen Stressfaktor – wunderbar.

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Review: CB3 – Aeons

Bereits 2013 gegründet, veröffentlichte das Trio aus Malmö aber erst 2018 ihr Debüt „From Nothing To Eternity“, welches dann aber schon recht gut durchstartete und der Band solche Aussagen wie: „Die King Crimson aus Malmö“, bescherte. Okay, bis zur Ausnahmeband aus England sind es dann doch noch ein paar mehr Schritte, aber mit ihrem neuen Werk sind die Schweden auf dem besten Weg, den Pfaden des instrumentalen Prog-Rock absolut ihren Stempel auf zu drücken. Auf „Aeons“ befinden sich fünf Tracks mit einer Gesamtspielzeit von knapp 35 Minuten. Alle Nummern kommen recht schleppend aus den Boxen und wirken durch ihre Atmosphäre und der kompletten Instrumentierung sehr psychedelisch. Zudem gibt es immer wieder ein paar Jazz-Parts, die zwar noch kein Free-Jazz sind, aber schon recht frickelig ihr Unwesen treiben. Unter Zuhilfenahme eines Kopfhörers, wirkt „Aeons“ noch wesentlich intensiver und man entdeckt bei jedem weiteren Durchlauf immer wieder was Neues. Für Genre-Freaks sollten die Schweden ein absolutes Fressen sein und man darf gespannt sein, ob das Trio den nächsten Schritt, raus aus dem Underground, gelingen wird – Daumen gedrückt!

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Review: White Tundra – EP

Auf geht´s nach Norwegen, wo das Trio WHITE TUNDRA eine richtig gute EP abgeliefert haben. Wer also auf Doom/Stoner/Sludge steht, sollte die vier Tracks checken, welche ich hier besprochen habe! Hier ist mehr als nur ein wenig Potenzial vorhanden und ich gehe fest davon aus, dass WHITE TUNDRA noch richtig durchstarten werden – ich freue mich darauf!

Graveyard Blues 04:55: Cooler, straighter Stoner mit fettem Riffing und einer Melodie      die im Ohr bleibt! Der Sound ist bombastisch und macht mächtig Spaß.

Ghosts 07:11: das Eröffnungsriff dieses Doomer´s klingt nach „Black Sabbath“ von den Doom-Göttern und nimmt zum Ende hin etwas Fahrt auf – sehr fett!

Freedom Fighter 05:37: wer auf Crowbar steht, wird hier voll bedient. Sehr eingängiger Refrain, schön schleppender Rhythmus und ein Gesang, der schon sehr an den überaus sympathischen Kirk Windstein erinnert.

Top Floor 04:26: Midtempo-Rocker mit fetter Gitarre, erinnert an den ersten Track dieser EP und animiert absolut zum Aufdrehen des Autoradios.

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Review: KAL-EL – Witches Of Mars

Insider dürften KAL-EL sicherlich ein Begriff sein, aber leider haben viele Liebhaber des Genres die Norweger noch gar nicht auf dem Zettel. Dabei ist „Witches Of Mars’“ ihr inzwischen schon viertes Werk, welches dann endlich und hoffentlich den Bekanntheitsgrad der Truppe enorm anheben wird. Beim angesprochenem Genre darf man sich auf eine obercoole Mischung aus Stoner, Doom und spacigen, psychedelischen Rock freuen. Die knapp 50 Minuten des Longplayers starten mit dem Anfangs sehr zähem Psycho-Doomer ‚Anubious‘, welcher sich im zweiten Teil dann zum orgellastigen Uptempo-Rocker entwickelt – achtet einfach mal nur auf den mörderischem Bass-Sound. Es folgt der etwas bombastische Titeltrack, mit herrlichen, leicht verzerrten Space-Vocals und schwer-groovenden Riffs. Auch beim Midtempo-Stampfer ‚GG7‘ ballern die Riffs so unheimlich fett aus den Boxen, daß man nicht drumrumkommt, beim Volumen die Zahl etwas zu erhöhen – die Nummer ist grandios und man erwischt sich dabei, die Luftgitarre herauszuholen – was für ein Granaten-Sound. Wer auf Lava-Doom steht, bekommt mit dem knapp 11minütigen ‚Incubator‘ seine absolute Vollbedienung – auch hier erdrückt einen die Gitarrenwand förmlich. Als Abschluss gibt es dann eine obercoole Cover-Version des JJ Cale-Klassikers ‚Cocaine‘ (fette Orgel zum Ende hin). Spätestens nach diesem großartigen Album, sind KAL-EL im Oberhaus der renommierten Doom/Stoner-Bands angekommen. Wer dem erwähnten Genre was abgewinnen kann und dazu auch noch ein Freund von coolen psychedelischen Sounds ist, könnte in „Witches Of Mars“ sein Album des Jahres finden.

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Review: Crypt Sermon – The Ruins Of Fading Light

Na, es wurde aber auch mal Zeit, endlich das zweite Werk der Epic-Doomer CRYPT SERMON in den Händen halten zu dürfen. Nach dem großartigen Debüt „Out Of The Garden“, durfte man gespannt sein, was die Truppe aus Pennsylvania nach vier Jahren Stille zu bieten hat. Mit 56 Minuten hat „The Ruins Of Fadini Light“ schon mal eine beachtliche Länge, wobei von den 10 Songs, drei einfach nur Übergange zum nächsten Track sind. Es bleiben somit sieben Nummern, welche insgesamt eine tolle Einheit bilden, aber nicht gleich auf Anhieb im Ohr bleiben, wie es auf dem Erstling der Fall war. Man muss sich etwas intensiver diesem Album widmen, aber gerade solche Alben entpuppen sich später dann als absolute Offenbarungen. Okay, dies wäre dann sicherlich doch etwas zu hoch gegriffen, aber Songs wie ‚Key Of Solomon‘ (was für eine wundervolle Eröffnungs-Melodie), das etwas flottere ‚Christ Is Dead‘, der überragende Uptempo-Hammer ‚The Snake Handler‘ (treibende Killer-Riffs), das atmosphärische ‚Beneath The Torchfire Glare‘ (was für ein Ohrwurm-Refrain und das Riffing dazu – fantastisch) und der abschließende, leicht bombastische Titeltrack, legen die Messlatte im Genre Epic-Doom schon sehr hoch. Vier Jahre des Wartens haben sich mehr als nur gelohnt, denn CRYPT SERMON kehren mit einem Mammutwerk zurück, welches man als Doom-Fanatiker einfach nur lieben kann!

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Review: Robert Pehrsson‘ s Humbucker – Out Of The Dark

Alle drei Jahre wieder gibt es ein neues Album der Schweden ROBERT PEHRSSONS HUBMUCKER. Konnte das Zweitwerk nicht mit dem überragendem Debüt mit halten, war die Hoffnung groß, dass der dritte Longplayer „Out Of The Dark“ wieder annähernd den Standard von vor sechs Jahren erreichen wird. Um es gleich vorweg zu nehmen, schieben sich die neuen Tracks zwischen ersten Output und dem vorherigem Werk – zur Spitze langt es auf alle Fälle nicht (ist aber auch schwer, daß hervorragende Erstwerk zu toppen). Die 10 Songs bringen es auf eine Spielzeit von 33 Minuten und ehe man sich versieht, sind diese dann auch schon sehr fix durch. Der Opener ‚All I Need Is Not To Need You‘ mit seinen coolen Twin-Leads macht sofort Spaß und auch das lockere ‚Careless Lover‘ hat den wunderbaren Ohrwurm-Charakter. Mit dem flotten ‚Entombed In Time‘ huldigt man Rainbow, mit dem typischen Ritchie Blackmore-Sound. Unter die 10 neuen Ergüsse hat sich mit ‚Surrender‘ eine gute Cover-Version vom Electric Light Orchestra gemischt, welche Robert eigentlich schon vor sechs Jahren  eingespielt haben wollte. Alle Freunde der etwas härteren Musik dürfen sich an diesem kurzweiligen Album erfreuen. Zwar ist „Out Of The Dark“ kein Klassiker geworden, aber zu einem sehr soliden Stück Hardrock langt es immer.

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Review: Children Of The Sün – Flowers

Pünktlich zum 50sten Geburtstag vom legendärem Musikfestival Woodstock, wird man durch CHILDREN OF THE SÜN wieder in die Flower Power-Zeit zurückkatapultiert. Die Schweden (vorher auch sonst) bestehen aus acht Bandmembers und lassen die alte Zeit wieder aufleben. Ihr Debüt „Flowers“ hat eine Spielzeit von 35 Minuten und schon nach ein paar Tracks fällt auf, das die Band sehr viel auf Chorusse setzt, was manchmal schon auch eine Spur zu viel ist und dann auch nerven kann. Nach dem Intro startet der Song ‚Her Game‘ und schon nach nur 5 Sekunden weiss man, mit dem eben erwähnten Hinweis auf die Chorusse, etwas anzufangen – musikalisch echt top, kann man sich diese Nummer aber nicht wirklich oft anhören, denn die Damen übertreiben es. Es folgt das richtig tolle ‚Emmy‘ (schön entspannt bluesig) und das ebenso wunderbare ‚Sunchild‘ (trotz leichtem Hang zum Bombast). Mit dem Titeltrack darf man sich dann an dem besten Track auf diesem Longplayer erfreuen. Die entspannte Nummer ist sehr herzlich, absolut nicht überladen mit zarten Vocals und hat von der Instrumentierung her, einen Touch hin zum Folk – wundervoll. Für alle Retro-Fanatiker sollten CHILDREN OF THE SÜN absolut hörenswert sein, auch wenn die schon erwähnten, übertriebenen Chorusse Einiges leider kaputt machen.

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Review: The Drippers – Action Rock

Wer auf den alten Stoff von Gluecifer, The Hellacopters oder Turbonegro steht und dies dann auch noch einen tick garagiger in Form vom The Stooges oder MC5 mag, sollte spätestens jetzt hellhörig werden. THE DRIPPERS (überflüssig zu erwähnen das die Band NATÜRLICH aus Schweden kommen) fetzen auf ihrem Debüt „Action Rock“ aber mal richtig. Alleine schon die Tatsache, 11 Songs in 29 Minuten runter zu rotzen, sagt ja wohl mal alles – hier wird nicht lange gefackelt, sondern schweißtreibend gerockt. Hat man das Album erst einmal durchgehört, ist irgendwie nicht viel hängengeblieben, aber es hat trotzdem unheimlich Spaß gemacht und man verspürt sofort den Drang, diese Truppe unbedingt live on stage sehen zu müssen, am besten jetzt, sofort. Songs herauszupicken ist irgendwie schwer, aber ‚Grimme The Shakes‘ räumt mal alles ab und ‚White Light‘ hat diesen coolen Lemmy Gedächtnis-Bass. Auch wenn die Abwechslung auf „Action Rock“ nicht wirklich gegeben ist, machen die Nummern ordentlich Spaß und live sollte das eine schwitzige Angelegenheit werden – Rock n Roll baby!

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Review: The Black Wizards – Reflections

Als großer Anhänger des Labels Kozmik Artifacts mit seinen sehr coolen Veröffentlichungen, wird man diesmal leider etwas enttäuscht. THE BLACK WIZARDS aus Portugal haben ihr drittes Album am Start, welches irgendwie nicht so richtig zünden will. Songs wie der nach vorne gehende Opener ‚Imposing Sun‘ oder das spacige ‚56th Floor“ sind sicherlich nicht schlecht. Auch das bluesige ‚Soul Keeper‘ und das abschließende, sehr atmosphärische ‚Kaleidoscope Eyes‘ haben was Interessantes. Mit dem sehr entspanntem, sehr locker easy dahin schwebendem ‚Starlight‘ hat man sogar einen absoluten Hammer im Repertoire, aber dennoch wäre da irgendwie mehr für die sympathischen Süd-Europäer drin gewesen. Okay, wie erwähnt wird man ja auch nur leicht enttäuscht und genau das soll ja niemanden davon abhalten, ‚Reflections‘ ein Ohr zu gönnen, denn wer auf Psychedelic-Rock steht, wird hier gut bedient.

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Review: Hippie Death Cult – 111

Oh mein Gott! Was für eine fantastische Band hat das kleine, aber fast schon kultige Label Cursed Tongue Records aus Dänemark, denn hier an Land gezogen? Die Dänen haben ein echtes Gespür für richtige Perlen und veröffentlichen nun wohl, mit dem Debüt von HIPPIE DEATH CULT, eines der besten Alben des Jahres 2019. Das aus Portland stammende Quartett, hat für „111“ sieben Songs eingespielt, die es auf eine Spielzeit von 43 Minuten bringen und folgendermaßen klingen:

Sanctimonious (05:40)

Dunkle doomige Riffs, treffen auf leichte Psychedelic-Leads umrahmt von fetten, groovigen Bass-Parts. Coole, sehr entspannte Psycho-Vocals passen perfekt zur Atmosphäre dieser Nummer, welche mich absolut an die großartige Band Child aus Australien erinnert – awesome opener!

Breeder´s Curse (06:10)

Fuzzy Gitarren-Sounds im Verbund mit scheppernden Drums ballern aus den Boxen. Klare Vocals und ein drückender Bass sorgen für den Rest. Den Kopf nicht im Rhythmus zu bewegen ist nicht möglich, zu einladend geht die Gitarrenorientierte Nummer zu Werke.

Unborn (08:23)

Einleitende Psychedelic-Sounds gehen in einen flotten Rhythmus über. Eine für den Song prägende Melodie taucht immer wieder auf und bleibt sofort im Ohr. Leichter Fuzzy-Sound trifft auf immer mal wieder doomige Parts und bitte achtet auf das sensationelle Solo zum Ende hin – grandios!

Mrtyu (03:30)

Kurz mal durchatmen mit einer wundervollen akustischen Instrumental-Nummer

Pigs (05:40)

Etwas flottere Stoner/Classic Rock-Nummer mit eingängigen Leads die im Ohr bleiben. Der Track hebt sich etwas vom Rest des Longplayers ab. Dies heisst keineswegs, daß der Song schlecht ist, klingt bloß etwas anders – weg vom Doom- und Psychedelic-Sound.

Treehugger (04:39)

Grandiose Nummer aus doomig-groovigen- und wundervollen, leichten Psycho-Parts. Herrlich entspannte Vocals, die mit Erhöhung der Geschwindigkeit und den dominierenden Gitarren zum Schluss hin, dann auch etwas aggressiver werden – fetter Track!

Black Snake (09:06)

Progressive Nummer die noch mal alles in den Topf wirft, was diese Band auszeichnet. Psycho-Sound, trifft auf Doom, Stoner, Classic Rock und leidenschaftlichen Gitarren-Orgien – mehr geht nicht !

Mit „111“ haben HIPPIE DEATH CULT ihren Anspruch auf das Album des Jahres 2019 eindrucksvoll geltend gemacht. Wer auf Doom, Stoner, Psychedelic oder Classic Rock, verpackt in wundervoller Atmosphäre steht, kommt an den der Band aus Portland auf alle Fälle nicht vorbei.

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