Rock-Circuz

Review: Deep Purple – InFinite

Im Vorfelde der Veröffentlichung ihres neues Albums „InFinite“ wurden die „älteren Herren“ schon immens abgefeiert, es gab regelrechte Jubelstürme. Dementsprechend gespannt durfte man sein, was die nicht tot zukriegende (zum Glück) Band DEEP PURPLE denn so für neuen Stoff am Start hat. Über den noch relativ „normalen“ Opener ‚Time To Bedlam‘, konnte man sich schon vorab im Netz ein Bild machen, welches gleich deutlich machte, dass die Orgel sehr dominant in den Vordergrund gerückt ist. Nach dem eher durchschnittlichen Beginn, folgt mit dem groovigen Riff/Orgel-Gewitter der Beginn eines überragenden Albums. Was die Truppe hier an Spielfreude abzieht ist seit diversen Jahren das beste was die Engländer zu bieten haben. Es folgen Knaller wie das smoothe ‚All I Got Is You‘, ein etwas dunklere ‚One Night In Vegas‘, dass verträumt-schöne ‚The Surprising‘ mit überragenden Mittelpart, das riffig, mit coolem Ohrwurm ausgestattete, ‚Johnny’s Band’ und ein sehr spacig-lockeres ‚Birds Of Prey‘. Den Abschluss mit der Cover-Version ‚Roadhouse Blues‘ hätte man sch sparen können, tut aber nicht wirklich weh. DEEP PURPLE sind in bestechender Form, die Orgelklänge sind der Oberhammer und gerade Sänger Ian Gillan macht mal richtig Freude. War der Vorgänger „No What?!“ schon richtig gut, legen die Herren mit ‚InFinite‘ mal eben diverse Schippen drauf – beeindruckend gut!!

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Review: Bite The Bullet – Can Be Anything

Na, da ist ja endlich der Nachfolger zum sehr guten Album „Wheels“ aus 2015. BITE THE BULLET aus Kopenhagen, konnten sich im aktuellen Vintage/70er-Zirkus noch nicht ganz so durchsetzen, was eigentlich etwas verwunderlich ist, hatte der Vorgänger doch wirklich alles was man von einer guten Rock-Scheibe erwarten kann. Auf alle Fälle hat die Truppe nun ihren neuesten Longplayer „Can Be Anything“ eingespielt und man darf gespannt sein, erstens wie dieser wohl klingen mag und zweitens, ob es den Dänen damit gelingt, sich im ganzen Wust an Retro-Bands in die oberen Gefilde vor zu kämpfen. Der Opener ‚More Lover‘ klingt schon mal anders als man es von der Band gewohnt ist. Hier ist noch viel mehr Seventies enthalten. Alles klingt beschwingter, fröhlicher, mit einem sehr eingängigen Refrain, der fast schon ansteckend ist. Auch das langsamere, mehr groovig-bluesige ‚Sweet Money‘ hat diesen in die Sixties gehenden Sound und auch hier ist der Chorus ein Ohrwurm-Knaller, genauso wie beim folgenden ‚Dance With Another‘, der schon fast zum bombastisch daherkommt. Mit dem Bass-lastigen ‚Turn Off The Light‘ und ‚Any Other Way’ wird’s dann sehr lässig-locker, aber die Midtempo-Nummer ‚Hold Me Now‘ ist dann doch ein ticken zu kitschig. Im abschließendem ‚March‘ ist dann endlich mal wieder eine mehr im Vordergrund sehende Gitarre enthalten. Dachte man anfänglich es hier mit einem neuen Vintage-Rocker-Werk zu tun zu haben, was man aufgrund des Vorgängers vielleicht auch erwartet hatte, so wird man zwar nicht enttäuscht, doch aber schon sehr überrascht. BITE THE BULLET haben mit ‚Can Be Anything‘ ein sehr zwiespältiges Werk eingespielt, wo die dominierenden Gitarren und damit der Rock, doch sehr auf der Strecke bleibt, man aber dafür feinste Ohrwürmer aus den 70ern und 60er aufgetischt bekommt. Somit muss jeder für sich entscheiden, ob der neue Longplayer der Dänen für ihn interessant genug ist.

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Review: The Dirty Denims – Back With A Bang E.P.

It´s Rock’n Roll time!! Anschnallen, denn jetzt kommen die DIRTY DENIMS mit ihrer neuen EP, deren zweiter Teil im Oktober foglen soll. Das Quartett, angeführt von Sängerin Mirjam Sieben, hat sechs Tracks am Start, die unheimlich Freude machen und dies nicht nur beim Bangen im Auto. Die Band aus Eindhoven hat auf alle Fälle schon mal von Bands wie den Donnas, Joan Jett, AC/DC, Airborne oder Heavy Tiger gehört denn ihre neue EP „Back With A Bang“ schielt genau in dieses Genre und sollte laut gehört werden. Angefangen mit dem flotten Ohrwurm-Titeltrack, über das mit Orgel ausgestattete ‚Heartbeat‘ und das an Angus Young (Eröffnungs-Riffs) erinnernde ‚Don´t Waste My Time‘ bis hin zum abschließenden und nach den Rolling Stones klingenden ‚Can´t Get Enough Of Rock N Roll‘, ist hier Party pur angesagt. Die Holländer THE DIRTY DENIMS wissen wie man rockt, machen richtig Spaß und wären die perfekten Anheizer für AC/DC -Konzerte – sehr cooles Zeugs !!!! 

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Review: Sea – The Grip Of Time

Im Vorfeld schon mit viel Spannung erwartet, war das gleichnamige Debüt den Dänen SEA dann doch eher eine relativ zwiespältige Angelegenheit mit Sonne und Schatten. Nun sind fast drei Jahre ins Land gezogen und die Nordländer haben endlich ihren zweiten Longplayer ins Spiel gebracht, der nun zeigen muss, ob die wiedermal mit massig Vorschußlorbeeren überschütteten Jungs die Presse überzeugen können. Das neue Album „The Grip Of Time“ startet die knappen 45 Minuten Spielzeit mit dem groovigen ‚Rust‘, welches vom Tempowechsel lebt und coole Classic Rock-Gitarren am Start hat, vom Songwriting her, aber eher Durchschnitt ist. Mit dem flotteren ‚Once We Were Dead‘, welches einen sehr Gitarren lästigen Abschluss hat, wird das Niveau wesentlich erhöht. Mit ‚Time Will Let You Know‘ und dem großartigen ‚No Dawn’ folgen zwei ruhigere Nummern, von denen vor allem Zweiterer ein wunderbarer Ohrwurm ist. Der Rest des Albums mit Songs wie ‚Back To The Grund‘, ‚Dust Will Fall‘ oder ‚The Stranger Within‘ sind dann allesamt knackig-groovige und damit gute Classic-Rocker die insgesamt viel von Bands wie Led Zeppelin, Rival Sons und Thin Lizzy haben. Mit „The Grip Of Time“ haben SEA sicherlich keinen Klassiker eingespielt, aber definitiv ein sehr solides Rock-Werk abgeliefert, was live bestimmt noch viel besser rüberkommt.

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Review: The Sonic Dawn – Into The Long Night

„Let The Trip Begin“ könnte es heissen, wenn es um den zweiten Longplayer von THE SONIC DAWN geht. Konnten die Dänen schon mit ihrem Debüt „Perception“ überzeugen, so geht die Reise auf dem Acid-Rock-Trip weiter. Musikalisch ist das Trio weit in den 60ern verwurzelt, hat viel Jazz an Board und eine Prise Psychedelic ist ja auch immer nicht schlecht. Man nehme den lässig-entspannten Midtempo-Opener ‚Emily Lemon‘ mit seinen lockeren Riffs und seiner ganz eigenen Leichtigkeit im 60er-Gewand – super cool! Eine Schippe drauf gibt es dann mit dem jazzigen ‚On The Shore‘, welches einen eingängigen Ohrwurm hat, wobei das beste aber der vertrackte Rhythmus ist, wo man glaubt die Legende Ginger Baker persönlich sitzt an den Drums. Voll in die Sechziger geht es dann mit dem flotten ‚As Of Lately‘, gefolgt von dem zarten Slow-Blueser ‚Six Seven‘ und dem folkigen ‚Lights Left On‘. Den Abschluss der 37 Minuten bildet dann das leicht getragene ‚Summer Voyage‘ mit herrlichem Sitar-Einsatz. Wie schon anfangs erwähnt, nehmen uns THE SONIC DAWN mit „Into The Long Night“ auf eine weitere, famose Reise in die Vergangenheit mit, welche cooler und abwechslungsreicher nicht sein kann.

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Review: Siena Root – A Dream Of Lasting Peace

Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Da hat man, gefühlt vor kurzem, noch das großartige Album „Pioneers“ abgefeiert, da ist dies tatsächlich doch schon wieder vor fast drei Jahren erschienen. Die Rede ist von SIENA ROOT aus Schweden, deren Name bei jedem 60´s/70´s-Fan für uneingeschränkte Euphorie sorgen dürfte, die aber irgendwie immer noch nicht ganz etabliert zu sein scheinen wie zum Beispiel Graveyard, was absolut unverständlich ist. Auch ihr neues Werk „A Dream Of Lasting Peace“ ist der absolute Hammer und vor allem für Orgel/Hammond-Anhänger eine Offenbarung. Schon gleich der Opener ‚Secrets’ mit dem leichten Jazz-Touch und der fetten Orgel, zaubert einem sofort ein Grinsen aufs Gesicht – so kann es weitergehen! Es folgen Perlen wie der griffige Ohrwurm ‚Tales Of Independence‘ (cooles Orgel-Solo) das easy/super-entspannte und an Uriah Help erinnernde ‚Sundown‘ (und immer wieder diese Killer-Orgel), das slow-bluesige ‚The Piper Won´t Let You Stay’ oder der Midtempo-Killer ‚Make Believe‘. Mit ‚Growing Underground‘ wird dann mal richtig Tempo aufgenommen und es geht ungewöhnlich schnell zur Sache. Dafür kann es bei ‚Empty Streets‘ nicht ruhig genug zu gehen – was für eine sensationelle Halb-Ballade! Im Sinne vom vorherigen ‚Make Believe‘, rockt dann ‚No Filters‘ alles nieder. Bevor das gefühlvolle und sehr atmosphärische ‚The Echoes Unfold‘ einen rausschmeisst, gibt es noch das überragende Instrumental ‚Imaginarium‘ zu genießen – hier gibt es dann noch einmal mit der ganz ganz großen 70er-Keule! Was SIENA ROOT aus Stockholm hier auf ihrem neuen Longplayer abziehen, ist einfach nur unfassbar und es bleibt zu hoffen, daß ihnen damit der nächste Schritt gelingt, denn Verdient hätten sie diesen schon lange.

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Review: The Black Angels – Death Song

Achja, schön das es immer noch die Bands gibt, auf die man sch absolut verlassen kann. Hierzu gehören definitiv die BLACK ANGELS. Die Austin-Psych-Rocker haben sich für ihr neuestes Werk „Death Song“ (Velvet Underground?) zwar mal eben vier Jahre Zeit gelassen, aber das Warten hat sich wiedererwartend absolut gelohnt. Schon gleich der coole Psycho-Opener ‚Currency‘, mit fettem Bass und den seicht-soften, leicht verträumten Vocals, macht Appetit auf mehr. Es folgt wunderbares Zeugs wie das straight-rockende ‚I´d Kill For Her‘ (Indie-Sound mit lovely Chorus – Hammer!), das wunderschöne, weil so zarte ‚Half Believing‘ (atmosphärisch entspannt), der nach Sixties klingende Psych-Knaller ‚Grab As Much (As You Can)‘ (wunderschöne Leichtigkeit), das spannende ‚I Dreamt‘ und ein fast siebenminütiger Abschluss, mit dem wieder einmal so famos schönem ‚Life Song‘. Nachdem damit der erste Durchlauf freudig beendet wurde, gibt es den nächsten, welchen man dann aber unter Zuhilfenahme eines Kopfhörers durchziehen sollte, damit man in die ganze Schönheit der eben erwähnten, ach so schönen Nummern, noch intensiver spüren kann. Wer auf die BLACK ANGELS steht, wird seine helle Freude an „Death Song“ haben und wer die Band überhaupt noch nicht auf dem Schirm hatte, aber auf Rock und Psych mit viel Wärme steht, kann sich ungehört alle Alben der Amis ins Regal stellen.

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Review: My Dynamite – Otherside

Yeah, it´s Rock N Roll Time !!! Da fängt das Jahr für alle Southern/Classic-Rocker ja sensationell an, denn MY DYNAMITE haben ihr schon gutes Debüt aus dem Jahre 2012 mal eben ganz locker übertroffen und mit „Otherside“ einen absoluten Knaller abgeliefert. Konnten die Australier auf ihrem Vorgänger schon diverse renommierten Bands auf die weiteren Ränge in den Jahres-Charts verweisen, so sollte dies mit ihrem aktuellen Werk auch absolut kein Problem sein. Die neun Songs bringen es auf eine Spielzeit von 46 Minuten und es gibt überhaupt keine Ausfall zu verzeichnen. Sei es nun der flotte Opener ‚Round The Bend‘ mit cooler Harmonika, die Boogie-Bombe ‚Witch Hat‘ (erinnert etwas an Status Quo), der entspannte Uptempo-Ohrwurm ‚Can´t Tell Lies‘ (erinnert an die Black Crowes) oder das knallende ‚Motortalkin‘’, da gibt es überhaupt nichts zu meckern. Zwischendrin wird mit dem wunderschönen ‚Love Revolution‘ und dem ebenso relaxten ‚So Familiar‘ etwas Tempo herausgenommen, was dem Album aber auch richtig gut tut. Kann man mit den Black Crowes, den Faces oder auch Blackberry Smoke, um nur einige der interessanten Bands aus diese Genre zu nennen, was anfangen, ist ‚Otherside‘ von MY DYNAMITE ein absolutes Pflichtalbum – awesome!!

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Review: Black Mirrors – Funky Queen EP

Eine neue Rock-Hoffnung für viele relevanten Magazine und Online-Portale kommt aus Belgien und hört auf den Namen BLACK MIRRORS. Ihre aktuelle 4-Track EP bringt es auf 15 Minuten und ist eine gute, wenn auch nicht überragende Mischung aus modernen Rock mit gelegentlichen Heavy-Parts. Soundtechnisch alles etwas verzerrt und sich leicht psychedelisch anhörend, beginnt das Ganze mit ‚Funky Queen‘ recht rockig und es fallen einem direkt mal Skunk Anansie ein, die ja auch mit einer Sängerin ausgestattet sind. Marcella macht ihren Job richtig gut und ist dabei auch schon sehr prägnant. Ob es, bei eh nur vier Nummern, nun auch noch eine Cover-Version sein muss, darf jeder für sich selbst entscheiden. Dazu wagt man sich damit auch noch an den MC5-Klassiker ‚Kick Out The Jam‘, der als Original sicherlich nicht zu überbieten sein dürfte. Die beiden letzten Songs ‚The Mess‘ (Supercooler Psycho-Blues Track) und die Heavy Psych-Nummer ‚Canard Vengeur Masque‘ lassen sicherlich erahnen, was für ein Potenzial in dem belgischem Quartett stecken kann – wir sind gespannt was der dann hoffentlich bald folgende Longplayer bringen wird.

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Review: Troubled Horse – Revolution On Repeat

Mein Gott, erst mal etwas Luft holen nach dem ersten Durchlauf dieses Hammer-Werkes. Sowas energiegeladenes hat man lange nicht mehr gehört. TROUBLED HORSE haben ihr zweites Werk am Start. Die Truppe aus dem kleinen aber feinen Örebro fetzt sich voller Engagement von Titel zu Titel und hat man einen Track völlig euphorisch abgefeiert, setzt die Band, mit der dann folgenden Nummer, immer noch mal einen drauf – unfassbar. Im Fahrwasser von WITCHCRAFT schwimmend, gibt es hier lupenreinen Vintage/Classic-Hardrock zu huldigen. In den 42 Minuten die ‚Revolution On Repeat‘ zu bieten hat, gibt es kein Durchschnaufen, man kommt nicht zu Ruhe – hier wird geschufftet bis der Arzt kommt. Alleine schon der melodische Beginn von ‚Which Way To The Mob‘, diese prägnante Melodie, welche sich wie ein Faden durch den gesamten Track zieht – unglaublich. Den Jungs geht alles so locker von den Hand. Hat man gerade eben den Mund schon kaum noch zu gekriegt, bekommt man ‚Peasants‘ um die Ohren gehauen – was für eine Gitarren-Orgie und diese Power, einfach phänomenal. Nach dem Titel ‚Track 7‘ hat man dann leichte Probleme mit der Nackenmuskulatur (hier muss man einfach Mitknicken) und mit ‚My Shit´s Fucked Up‘ wird es leicht folkig. Den Abschluss bildet der Laut/Leise-Song ‚Bleeding‘, wo atmosphärische Momente auf fett rockige Parts treffen – toll. Trotz des noch sehr jungen Jahres, dürfte das zweite Langeisen der Schweden ein Anwärter auf das Album des Jahres 2017 sein – was für ein verdammter Vintage-Killer!!!

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