Rock-Circuz

Review: Demon Head – Thunder On The Fields

Aktuell gibt es eine richtige Welle an großartigen Veröffentlichungen und ganz besonders die Retro-Liebhaber kommen schwer auf ihre Kosten. Sehr interessant dürfte in diesem Zusammenhang dann auch der Longplayer von DEMON HEAD sein. Nach ihrem guten Debüt „Ride The Wilderness“, legen die Dänen nach und zeigen mit „Thunder On The Fields“, dass guter Retro-Hardrock nicht immer aus Schweden kommen muss. Klangen die dänischen Hauptstädter auf ihrem Vorgänger noch etwas in Richtung Doom, ist man da zwar nicht ganz von ab, setzt jetzt aber mehr auf Hardrock in seiner traditionellsten Form. Soundtechnisch wieder nach Underground klingend, kommen die Vocals und manche musikalische Parts schon etwas gewöhnungsbedürftig bzw schräg aus dem Boxen, aber die immer wieder auftauchenden, sensationellen Leads, gleichen dies dann wieder aus. Dies alles erinnert etwas an das kommende Album der Schweden Saturn, wo man sich auch nicht direkt abschrecken lassen darf, sondern dem Album ein paar mehr Durchläufe gönnen sollte. Tracks wie der Opener ‚Menneskeaederen‘, das flotte ‚We Are Burning‘ oder der Titeltrack, haben tolle Leads und grandiose Soli. Die beiden letzten Nummern ‚Gallows Omen‘ und ‚Untune The Sky‘ sind dann, mit ihrer Lässigkeit, die Highlights auf dem Album – eingängige Melodien, gedrosselte Geschwindigkeit und eine leicht schwebende Atmosphäre machen unheimlich viel Laune. Wie schon erwähnt, braucht „Thunder On The Fields“ ein paar Anläufe mehr, ist dann aber ein richtig cooler Longplayer.

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Review: Lecherous Gaze – One Fifteen

Es ist schon abgefahren, was uns LECHEROUS GAZE hier mal wieder auftischen. Die Truppe hat ihren ganz eigenen Stil, der sich irgendwo zwischen Punk und Rock N Roll einpendelt. Es ist nicht wirklich leicht die Jungs aus Oakland beziehungsweise ihre Musk zu beschreiben. Die Gitarren klingen oftmals nach den Ramones, aber auch gerne mal nach diversen Metal-Bands. Der Sound und das ganze Gesamtbild, kommt eher undergroundig rüber, was die Einstellung der Herren auch bestens widerspiegelt. Manchmal denkt man, das alles doch schon einen kleinen stümpferhaften Touch hat, aber dann zaubern die Jungs sensationelle Melodien aus dem Hut und plötzlich ist die Nummer der Oberknaller. Ein fettes Markenzeichen, ob nun gut oder schlecht sollte jeder für sich entscheiden, sind die Vocals von Zarin Zaidi. Manchmal etwas an Kvelertak erinnernd, klingt der Gesang schon rauh, leicht nach diversen durchzechten Nächten. Groß eingehen auf bestimmte Songs lassen wir mal, aber hört euch einfach den Opener und gleichzeitigen Titeltrack an und ihr werdet merken, was gemeint ist. Aber nicht direkt gleich wieder ausmachen, denn der Songs steigert sich enorm und so verläuft dann auch das ganze Werk der Amis. Superinteressant, weil mal was richtig Eigenständiges und dies muss eigentlich belohnt werden. Also, alle Aufmerksamkeit auf LECHEROUS GAZE, von denen man mit Bestimmtheit noch sehr viel mehr hören wird.

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Review: Void Cruiser – Wayfarer

Eine mächtige Soundwand füllt langsam den Raum. Spaciger Sound trifft auf düstere, atmosphärische Klänge. So, lässt sich der instrumentale Opener des neuen Albums von VOID CRUISER kurz beschreiben. Die Finnen haben mit „Wayfarer“ ihr zweites Album im Kasten, welches ein einfaches, aber sehr interessantes Cover-Artwork zu bieten hat, wo sich eigentlich jedes Genre hinter verbergen könnte. Soundtechnisch besticht der gesamte Longplayer durch seine fette Dichte. Die Songs selbst erinnern eher an schweren Doom, als an Grunge, so wie es in der Info zu diesem Werk steht. Alles ist sehr slow gehalten, dezente Vocals, die sich wunderbar einfügen und eine schon recht psychedelische Atmosphäre. Bestes Beispiel hierfür ist das wunderbar getragene ‚I Didn’t Lie But i Know Now That I Should Have‘, mit seiner düster-schweren Psycho-Wand und dem fast schon lieblichen Gesang. Die kompletten 46 Minuten fahren genau im Fahrwasser dieses Tracks, was zuerst einmal sehr langweilig klingt, aber doch hochinteressant ist, denn man muss sich der Musik hingeben – Kopfhörer auf und eintauchen in die Welt der Finnen VOID CRUISER, es lohnt sich definitiv.

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Review: Heavy Tiger – Glitter


Schweden und kein Ende. Jetzt kommen auch immer mehr Girl-Bands aus diesem wunderbaren Land an die Oberfläche, wobei HEAVY TIGER aus Stockholm nun schon ihren zweiten Longplayer am Start haben und dieser hat es wirklich in sich – solange man sich dem einfachen Hardrock hingezogen fühlt. Die Damen haben sehr viel Thin Lizzy gehört und Imperial State Electric sind ihnen auch nicht unbekannt. Wer diese beiden Bands zumindest mag, der wird an den Ladies absolut nicht vorbeikommen. Sicherlich herrscht auch hier etwas Eintönigkeit vor, aber nimmt man sich die Songs im Einzelnen vor, haben die Schwedinnen hier großartige Arbeit abgeliefert. Das zweite Album ‚Glitter‘ startet mit dem Oberhammer ‚I Go For The Cheap Ones‘ (sensationell treibende Gitarre, mit ganz viel Melodie und einem famosen Chorus) gefolgt von dem ebenso griffigen ‚Feline Feeling‘. Auch ‚Shake Me’, die Mitsing-Nummer ‚No Tears In Tokyo‘ und das fetzige ‚Downer And A Sunny Day’ machen mal richtig Spass, haben viel Drive und gehen ordentlich nach vorne. Der Rest der 11 Titel ist dann sicherlich nicht schlecht, hat man aber alles dann doch schon mal gehört. Somit klingt ‚Glitter‘ dann, wie schon erwähnt, etwas zu vorhersehbar. Die erwähnten Tracks müssen aber Kaufanreiz genug sein, sich als Hardrocker das Album der Damen ins Regal zu stellen.

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Review: Sainted Sinners – Sainted Sinners

Bei SAINTED SINNERS handelt es sich um die neue Band von Rock-Röhre David Reece, der sich unter anderem Ferdy Doernberg an der Orgel ins Boot geholt hat, um die guten alten 70er zu huldigen und dazu auch etwas die 80er im Auge hat. Gleich der flott-treibende Opener ‚Knight Of The Long Knives‘ überrascht dann auch gleich mal positiv – großer Refrain, coole Orgel und gutes Feeling verbreiten hier eine Menge Spaß. Mit ‚Beauty In The Beast‘ steigert sich das Tempo noch etwas und wiederum macht die Orgel ein ganz großartigen Job. Es folgen richtig gute Nummern wie der Ohrwurm ‚Maybe She´s Got Balls‘, der Stampfer ‚We´re All Sainted Sinners‘ (erinnert etwas an Whitesnake), das an Led Zeppelin´s ‚Kashmir‘ erinnernde ‚This Love That I Have Found‘, den Umtempo-Knaller ‚Evangeline‘ (erinnert am Anfang an Eddie Van Halen – Mega-Chorus) und der leicht bluesige Rausschmeißer ‚Truth Is A Lie‘. Classic-Rocker, die vor Orgelklänge nicht zurückschrecken, kommen an SAINTED SINNERS definitiv nicht vorbei – dies wird eine der Überraschungen des Jahres werden.

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Review: Saturn – Beyond Spectra

Als wäre es schon nicht überragend genug, so veröffentlicht das Label Rise Above am 31.03. nicht nur das sensationelle zweite Werk von Troubled Horse, sondern auch das zweite SATURN-Album wird dann erscheinen – Vintage-Rock wohin man schaut. Das auch diese Band aus Schweden kommt, überrascht nun nicht wirklich. Anders als ihre Labelkollegen, klingen die Herren aber nicht ganz so straight. Der neue Longplayer „Beyond Spectra“ startet recht flott, in schöner alten Iron Maiden-Manier. Die beiden ersten Nummern ‚Orbital Command‘ und ‚Wolfsson‘ sind astreine NWOBHM-Knaller mit sensationellen Melodien aus den Achtzigern. Die Songs klingen schön roh und nicht überproduziert – klasse. Danach wird es allerdings, sagen wir mal, nicht mehr so gut. Es zündet nichts mehr so richtig. Die Titel klingen vertrackt, etwas progressiv und teilweise sogar etwas schräg. Zum Ende hin finden die Herren dann mit Old-Schoolern wie ‚Silfvertape‘ (Twin-Guitar rules) und dem abschließenden ‚Sensor Data‘ (Angriffs-Rhythmus) wieder in die Spur. Vielleicht muss man auch einfach, den zuerst nicht so überzeugenden Songs etwas mehr Durchläufe gönnen. Auf alle Fälle werden hier alle Vintage-Hardrocker und NWOBHM-Freaks ihre wahre Freude haben. Kultig ist natürlich der coole Underground Sound. Hier wurde nicht groß herumgewerkelt und aufpoliert, man will es roh und das macht dieses Werk so sympathisch.

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Review: Greasy Tree – Greasy Tree

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Achja, da freut sich das soulige Blues Rock-Herz. GREASY TREE aus Jonesboro, Arkansas haben ihr Debüt eingespielt und dürften alle Freunde des bluesigen Rock mit leichtem Jam-Feeling in Verzückung versetzen. Das Trio bringt ihre ganz eigene Lässigkeit grandios rüber und dies ist dann auch der Grund, warum ihr erster Longplayer so easy und entspannt klingt. Die knappen 42 Minuten Laufzeit starten mit dem lockeren und recht ruhigem Blueser ‚Don´t Worry About Me‘. Es folgen weiter Höhepunkte wie das unfassbare ‚Goin‘ Home’ (Ohrwurm mit cooler Blues-Gitarre und lockerem Feeling), die Slow-Blues-Nummer ‚Shame‘ (Augen zu und entspannen), das leicht funkige ‚Love That Lady‘ mit mehrstimmigen Chorus, das schön Jam-Rock lastige ‚Greasy‘ und zum Abschluss wird es mit ‚She Wild‘ dann wieder wunderbar lässig. Bei aller entspannten Lässigkeit können die Jungs aber auch rocken und beweisen dies mit dem straighten Stampfer ‚Let Love Go‘ (knackige Nummer und perfekt für´s Autofahren) und dem leicht vertracktem ‚Sweet Sugar‘ mit viel Gitarre und coolem Refrain. GREASY TREE aus den Staaten haben einen richtig coolen Longplayer eingespielt und schaut man auf´s Cover-Artwork, wirkt es zwar sehr einfach, aber man kann als Musik-Freak schon ein wenig erahnen, was für Musik sich dahinter versteckt. Das Album erscheint auch auf Vinyl, was dieses Werk noch mehr zu einem Pflichtwerk für alle 70´s Blues-Fans macht. In GREASY TREE steckt unheimlich viel Potenzial und man darf sich auf hoffentlich weitere, wunderbare Veröffentlichungen dieser Truppe freuen – ich für meinen Teil freue mich jetzt schon wie ein Kleinkind auf den Nachfolger, auch wenn das gleichnamige Debüt gerade erst erscheint – megacool !!!!

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Review: Broken Hands – Turbulence

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Eine Band, die aktuell absolut ins Tagesgeschäft passt, ist BROKEN HANDS aus England. Die Jungs haben mit ihrem Debüt „Turbulence“ eine 47-minütige, abgefahrene Reise am Start. Gleich der Opener ‚Spectrum‘ mit seinen verzerrten Gitarren und den spacigen Sounds weist einen den Weg des kompletten Albums. Denkt man zuerst an Hawkwind, tendiert man beim folgenden ‚Meteor‘ (coole Gitarre) eher in Richtung Kasabian mit Oasis-Vocals, um dann bei ‚Should I‘ (fuzz-Gitarren im Psychedelic-Gewand ) es mit Royal Blood zu versuchen. Dürfen es auch die Queens Of The Stone Age sein, dann sollte man sich unbedingt das flotte ‚Four‘ geben. Wer es aber lieber mit Muse hat, wird sich über das atmosphärische ‚Who Sent You‘ und das leicht abgefahrene ‚Death Grip’ freuen. Der spacige Abschluss passt direkt zum Opener und da hatten wir Hakwind im Boot. BROKEN HANDS haben mit ihrem Debüt ein richtig interessantes, vielschichtiges Werk abgeliefert, was sicherlich ein wenig zusammengeklaut wurde, aber wie sagt man so schön: besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht – das macht Freude auf mehr.

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Review: Robert Pehrsson´s Humbucker – Long Way To The Light

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Endlich ist es soweit: das zweite Album von ROBERT PEHRSSONS HUMBUCKER ist im Kasten und alle Thin Lizzy-Verehrer sollten sich den 04. November ganz fett rot im Kalender markern, denn ab da wird „Long Way To The Light“ die Hardrocker in Verzückung versetzen dürfen. Robert hat für sein neues Werk gleich eine ganze Scharr an Musikern u.a. von coolen Bands wie Enforcer, Black Trip, Imperial State Electric und High Spirits gewinnen können und schliesst mit den neuen Tracks dort an, wo er mit dem überragenden Vorgänger aufgehört hatte – sensationeller, schnörkeloser Hardrock mit viel Herz, Leidenschaft und diesen phänomenalen Melodien. Wer das Debüt kennt, weiss womit er rechnen kann und wer den Schweden bisher noch nicht auf der Liste hatte, sollte sich so großartige Nummern wie den flotten Opener ‚Send Her My Love‘ (erinnert irgendwie an ‚Stages’von ZZ Top – Ohrwurm mit den typischen Twin-Leads), das auf Phil Lynott wartende ‚Distant Bound‘, den Umtempo-Knaller ‚Travelling Through The Dark‘ (oh-mein-gott war für ein Chorus und die Leads – unfassbar). Um nicht alles zu verraten, gibt es als letzte Erwähnung noch das Leckerli ‚Pretender‘, welches perfekt diese famose Leichtigkeit des Longplayers rüberbringt. Das gesamte Album lässt eine ungemeine Lässigkeit raushängen die einfach nur Spaß macht und ansteckend ist. Wem, als Hardrock-Liebhaber, „Long Way To The Light“ kein Grinsen ins Gesicht zaubert, geht sowieso in den Keller zum Lachen. Nach dem das neue High Spirits-Album überall abgefeiert wird, gehe ich mal davon aus, dass auch Robert´s neue Songs dementsprechend, gerechtfertigt bejubelt werden. Alles andere wäre eine Überraschung.

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Review: Khemmis – Hunted

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Wunderbar! KHEMMIS aus Denver haben sich zum Glück beeilt, um uns mit den Nachfolger, zum sehr guten „Absolution“ zu erfreuen. Eigentlich im Genre Doom zu Hause, haben die Herrschaften aber immer wieder diese großartigen NWOBHM- und Twin-Gitarren-Momente parat. Ihr zweites Werk „Hunted“ steht dem Vorgänger in nichts nach und erfreut seine Hörer mit einer schon fast unheimlichen Spielfreude. Eröffnet werden die 44 Minuten (verteilt auf 5 Songs) Spielzeit mit wunderbaren Twin-Leads, eingepackt in schwerem Doom-Gewand. Plötzlich wird Fahrt aufgenommen und ‚Above The Water‘ entwickelt sich zum absoluten Killer. Etwas progressiv in Richtung Mastodon schielend, mit den immer wieder auftauchenden Lava-Riffs und der regelmäßigen Verbeugung vor Iron Maiden. Mit ‚Candlelight‘ folgt dann der nächste Siebenminüter und wer denkt es geht nicht mehr besser, sollte sich einfach nur mal den sensationellen Refrain der Nummer anhören – unfassbar fett. Sicherlich werden sich einige an dem Sludge-Mittelpart des Tracks stören, aber bei den im Hintergrund gleichzeitigen, so genialen Leads, stört das eigentlich überhaupt nicht. Mit ‚Three Gates‘ wird dann mal richtig Tempo aufgenommen. Der anfangs treibende Uptempo-Metaller schrubbt fett, ist ein Wechselspiel aus Sludge- und Normalo-Vocals und entwickelt sich in Laufe als progressive Doom-Nummer. Eine weitere Steigerung der Qualität und vielleicht ein Anwärter auf den Song des Jahres, folgt dann mit dem epischen ‚Beyond The Door‘ – was für intensive, harmonische Refrains und vor allem, zieht Euch die gigantischen melodischen Gitarren rein, welche an Iron Maiden und Thin Lizzy erinnern – neun Minuten pure Magie! Den Abschluss bildet dann der 13-minütige Titeltrack, der noch einmal alle Genre zu bieten hat, die ‚Hunted‘ die 44 Minuten über so interessant gemacht hat. War das Debüt „Absolution“ schon klasse, so haben die Amis noch mal eine Schippe drauf gelegt und mit ‚Hunted‘ eines der Alben des Jahres eingespielt, welches Doomer und True-Metaller gleichermaßen begeistern dürfte.

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