Rock-Circuz

Review: Early Moods – Early Moods

Neben PARISH (UK), sind EARLY MOODS aus Los Angeles die absolute Überraschung dieses Jahres für mich. Nach ihrer EP 2020, hat die Band nun ihr erstes komplettes Album am Start und dies hat es absolut in sich. Wer auf einen Mix aus NWOBHM und klassischem Doom steht, sollte sich ganz schnell um diesen Tonträger der EARLY MOODS kümmen. Der Opener ‚Return To Salem´s Gate‘ ist das perfekte Beispiel dafür, was den Zuhörer 45 Minuten lang erwartet: klassischer Doom im 70er-Gewand mit coolen Breaks und NWOBHM-Melodien. Klar kann man hier auf die altbekannten Doom-Bands verweisen, aber ich finde die grandiosen Magic Circle oder auch Pagan Altar passen hier perfekt. EARLY MOODS ist mit ihrem gleichnamigen Debut der ganz große Wurf gelungen und ich hoffe, dies wird von der Rock-Presse auch dementsprechend honoriert, nicht das dieses famose Album in der Veröffentlichungsflut untergeht. Aber dafür und damit genau dies nicht passiert, habt ihr ja die DOOMCHARTS!!

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Doomcharts

Review: Parish – Parish

Nach ihrem ersten Demo 2019 und der im darauffolgenden Jahr veröffentlichten EP, haben PARISH nun ihrer ersten Longplayer eingespielt und damit für mich eines der Alben des Jahres abgeliefert. Das Trio aus England hat ein unheimliches Gefühl für Melodien die im Ohr bleiben ohne dabei aber poppig zu klingen. Ihr Proto Metal klingt so authentisch nach den Siebzigern, schallt so lässig und stressfrei aus den Boxen und der zarte Gesang schmiegt sich wundervoll um die Songs. Aus den 45 Minuten fällt es mir sehr schwer einen Track besonders heraus zu picken, denn dieses homogene Werk ist einfach grandios und voller fantastischer Melodien zum Mitsummen. 

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Review: Ian Blurton’s Future Now – Second Skin

Nach dem großartigen Debüt “Signals Through The Flames” durfte man gespannt sein, was uns Multiinstrumentalist IAN BLURTON so auftischen würde, denn in der Regel sind Debüt-Alben immer das Maß aller Dinge und alles was danach kommt, schwächelt dann gerne mal. Aber gleich die ersten Klänge auf dem Zweitwerk “Second Skin” lassen einem Durchatmen, denn es geht dort weiter wo der Vorgänger aufgehört hatte. Der Opener ‚Like A Ghost‘ (erinnert an das aktuelle Album von Audrey Horne) läßt einem das Herz aufgehen, es sei denn man ist keine Fan dieser herrlichen Twin-Leads wie man sie von Thin Lizzy (Long live Phil “The God” Lynott) und Wishbone Ash herr bestens kennt, Aber auch die obercoolen Blue Öyster Cult haben einen großen Eindruck bei Ian hinterlassen. Somit folgen Knaller wie das lockere ‚When The Storm Comes Home‘ (was für ein toller Ohrwurm-Chorus), das flott-lässige ‚Denim On Denim‘ (so unfassbar gut) oder ein entspanntes ‚Too High The Sky‘. Überragende Gitarrenarbeit, sensationelle Melodien und die dazu passenden Mega-Refrains sind das Markenzeichen von IAN BLURTON´S FUTURE NOW. Wer es dazu noch schafft, sein schon sehr gutes Debüt noch zu toppen, dem gebührt mein allergrößer Respekt, denn ich finde, daß passiert heutzutage nicht mehr allzu oft – danke IAN.

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Review: Smoke – The Mighty Delta Of Time

Liest man die Presseinfo zu diesem Album und schaut auf die Genre-Zuordnung, ist eigentlich klar, was einem erwartet. Auch das Erscheinungsbild des Trios passt dazu und somit kann die Reise in die Sümpfe New Orleans beginnen. Aber ganz im Gengenteil dazu, ist das Trio überhaupt nicht auf Krawall gebürstet, sondern verwöhnt uns auf “The Mighty Delta Of Time” 44 Minuten lang mit herrlich-entspanntem Psychedelic-Rock. Für ihr Debüt haben die Niederländer sechs Tracks plus ein Intro eingespielt. Bis auf für das wunderbare ‚Lineage‘ (leicht swampig mit toller Slide-Gitarre), bräuchte man für den Rest des Werkes einen Kopfhörer (Lavalampe und Räucherstäbchen inklusive), denn hier ist richtiges Zuhören angesagt. Relaxt also bei dem zarten ‚Bereft‘ (was für ein Solo zum Ende hin) oder dem abschließenden 10 Minuten-Killer ‚Umoya‘ (bluesige Übernummer). Davor begeistern SMOKE uns mit dem überragenden ‚Time‘. Auch hier herrscht wieder Entspannung pur und eine unheimlich tolle Stimmung liegt im Raum bzw fließt aus den Kopfhörer-Muscheln. Also, SMOKE ballern uns keinen Southern-Sludge um die Ohren, sondern beeindrucken mit Psych-Rock der allerfeinsten Sorte.

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Review: CAVE IN – Heavy Pendulum

Es gab in den letzten Jahren nur wenige Alben, auf die ich mich gefreut habe, auf die ich mich wirklich richtig gefreut habe. Nach dem Tod ihres Bassisten Caleb Scofield im Jahr 2018 veröffentlichten CAVE IN 2019 nur eine Demo-Compilation. Jetzt, im Jahr 2022, ist die Band mit einem neuen Album und Bassist Nate Newton (Converge) zurück. Was die Band hier auf „Heavy Pendulum“ gezaubert hat, ist einfach göttlich. Der neue Longplayer mit seinen 14 Tracks dauert 70 Minuten und bietet eine Sammlung verschiedenster Genres. Ob Heavy Progressive, Grunge, Modern Rock, Sludge oder gar Psych, die Band zerstört einfach alles und ist trotz aller Komplexität immer noch sehr zugänglich. Die Refrains erinnern mit viel Gefühl und Zerbrechlichkeit an die 90er und auch die Musik katapultiert einen 20 Jahre zurück. Jeder Song ist sehr eigen und für sich schon ein absolutes Highlight. Von daher ist es sehr schwierig, irgendwelche Nummern herauszuheben, aber hör dir das treibende „Careless Offering“ (was für tolle Gitarren) oder das psychedelische „Nightmare Eyes“ (wunderschöne Vocals und liebevoller Refrain) an – einach nur zum Niederknien. Dies sind nur zwei Tipps aus den bestehenden 14 Tracks, von denen eigentlich jeder ein potenzieller Check-Out-Tipp ist. Dieses Album wird dieses Jahr wohl kaum noch getoppt werden und jeder Musikfreak, der die oben bereits erwähnten Genre zu schätzen weiß, kommt an „Heavy Pendulum“ nicht vorbei – was für ein Monster!!

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Review: BLACK-OUT ARISES – Oneself

Wer sucht schon seit längerer Zeit nach einem richtig guten Rock-Album? Wer vermisst der coolen 90er-Sound, wo das Genre Grunge seine ganz eigene Rolle spielte? Mit den Franzosen BLACK-OUT ARISES könnten viele ihre Suche beenden, denn deren Debüt “Oneself” ist eine richtige Überraschung, natürlich keine Sensation, aber ein Knaller, welcher sagenhafte 18 Tracks beeinhaltet, wenn man da mal nicht von Value For Money sprechen kann. Die Nummern sind allesamt rockig wie auch melodisch, mit coolen Refrains die überwiegend im Ohr bleiben, aber trotzdem nicht Radio-Lala sind. Der Opener ‚Rights And Acts‘ erinnert an Muse, während das tolle ‚All Is Gone‘ (was für ein grandioser Chorus) etwas nach Candlebox klingt. Weiter geht es mit dem tief-groovenden ‚Presence‘ (herrliche Gitarre, könnte von den Dänen Dizzy Mizz Lizzy sein), gefolgt von dem etwas flotteren ‚Ground‘ und dem locker, leichten ‚Desire To Shine‘ (die nächste Freude für den Gehörgang). Auch wenn der Bandname etwas komisch ist, kommen wir wieder auf den Anfang dieser Rezension zurück: ein Rock-Werk, nach welchem viele sicherlich seit langem suchen, was viel Freude macht und dazu noch unfassbare 18 Songs zu bieten hat – well done Jungs.

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Review: DECASIA – An Endless Feast For Hyenas

Wer Heavy Psych Sounds liest, weiß immer sofort was er auf den Tisch bekommt: Stoner/Doom/Psych-Rock und dies in bester Qualität. Mit DECASIA hat man nun ein Psychedelic-Trio auf Frankreich an der Angel, welches gleichzeitig auch sehr viel mit Krautrock anzufangen weiss. Wie schon auf den Mini-Veröffentlichungen der Band, so sind auch auf “An Endless Feast For Hyenas” die einzelnen Tracks gerne mal über sechs Minuten lang. Somit kommt man bei 10 Tracks auf einer Spielzeit von 45 Minuten, welche es wirklich in sich haben, wenn man auf viel und teilweise auch etwas schrägere Gitarrentöne steht. Vielleicht klingen die einzelnen Songs für sich doch etwas zu gleich und wie man so schön sagt, ist weniger manchmal dann auch mehr, was nicht heissen soll, daß die Franzosen hier schlechte Arbeit abgeliefert haben, aber teilweise ist das Ganze dann doch schon etwas anstrengend. Freunde der psychedelischen Klänge sollten diesem Longplayer aber auf alle Fälle eine Chance geben.

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Review: RUBY THE HATCHET – Live At Earthquaker

Die Amis von RUBY THE HATCHET haben das Label gewechselt und veröffentlichen ihre live eingespielte neue EP nun auf Magnetic Eye Records. Dieser Output ist mit einer Laufzeit von knapp 15 Minuten schon sehr kurz bemessen und beinhaltet zwei neue Nummern und eine Cover-Version. Die beiden neuen Tracks ‚1000Years‘ und ‚Primitive Man‘ sind sehr cool-relaxte Songs, die völlig unaufgeregt dageboten werden und ein Fressen für alle Orgel-Freaks sind. Mit ‚Easy Livin“ von den famosen Uriah Heep huldigt man dann noch eine ihrer absoluten Lieblings-Bands. Über die Sinnhaftigkeit dieser Veröffentlichung kann man sicherlich streiten, nicht aber über Musik, denn die ist toll und macht Hunger auf den angekündigten Longplayer.

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Review: Bogwife – A Passage Divine

Boah, was für ein Monster-Opener. Slow, zäh wie Lava, fetter Fuzz-Sound und clean Vocals. Dies sind die Eigenschaften der Band BOGWIFE, die mit “A Passage Divine” ihren zweiten Longplayer am Start hat. Nach ‚The Approach‘, dem schon erwähnten Killer zu Anfang, haut das anschließende ‚Restoration‘ in die gleiche Kerbe. Auch hier sind die bratenden Gitarren-Sounds kaum noch zu bändigen und man ertappt sich erneut beim leichten Doom-Wippen des Kopfes. Mit ‚Among The Trees‘ lassen es die Dänen dann etwas gemächlicher angehen, bevor ‚Celestial Dawn‘ dann wieder die volle Wucht an Riffs auspackt. BOGWIFE haben hier ganze Arbeit geleistet und mit den fünf Tracks in 37 Minuten einen absoluten Kahlschlag hinterlassen. Wer hier als fuzzy Doom-Supporter nicht zugreift, ist selber Schuld. Doom On.

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Review: Stew – Taste

Retro-Rock aus Schweden ist ja inzwischen das normalste der Welt und somit sind STEW auch keine Unbekannten mehr. Wurde ihr Debüt, welches auf dem coolen Label Ripple Music erschienen ist, zurecht gut abgefeiert, so ist die Band aus Örebro aber noch nicht so richtig angekommen. Dies soll nun mit dem zweiten Longplayer “Taste” passieren und der leicht funkige Opener ‚Heavy Wings‘ zeigt auch gleich, daß die Schweden es absolut ernst meinen. Leider klingen die nachfolgenden Nummern allesamt etwas zu gleich, so daß man bis Song Nummer sieben warten muss, um mal etwas Veränderung in Form erhöhter Geschwindigkeit wahrnehmen zu können. Mit ‚Stranger In The City‘ kommt dann endlich etwas Bewegung in die Sache, welche aber in den letzten beiden Tracks auch schon wieder verloren geht. Okay, natürlich ist das handwerklich alles nicht wirklich schlecht, aber etwas mehr Abwechslung wäre schon schön gewesen, denn so dürfte es dann doch schwierig werden, sich im ganzen Veröffentlichungswust durchsetzen zu können – schade!

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